Sonntag, 01. April 2018

Aufschneidemaschine mit viel Geschichte

In der TV-Sendung „Bares für Rares“ hat ein ehemaliger Südtiroler Hotelbesitzer, Alexander Angerer, eine alte Aufschneidemaschine zum Verkauf angeboten. Diese Maschine erzählt bei genauerer Betrachtung mehr über die Südtiroler Geschichte, als man zu Beginn erahnen konnte.

Die Aufschneidemaschine, die Alexander Angerer in die TV-Sendung "Bares für Rares" mitbrachte, stellte sich als wertvoller heraus, als gedacht. Foto: Screenshot youtube
Die Aufschneidemaschine, die Alexander Angerer in die TV-Sendung "Bares für Rares" mitbrachte, stellte sich als wertvoller heraus, als gedacht. Foto: Screenshot youtube

Eine alte Aufschnittschneidemaschine war der Grund, weshalb der gebürtige Südtiroler, aber mittlerweile in Mailand ansässige Alexander Angerer zur deutschen Fernsehsendung „Bares für Rares“ angereist war. Der Experte, Detlef Kümmel, erkannte sofort die hübschen Verzierungen und Muster an der Maschine, musste aber leider auch feststellen, dass sie vor einiger Zeit neu lackiert wurde, was den Wert eigentlich hätte etwas schmälern müssen. Doch die Lackierung hatte einen Grund, die Maschine ist ein stiller Zeitzeuge der Südtiroler Geschichte.

Wie der Besitzer, Alexander Angerer, richtig vermutete, haben seine Vorfahren nach Ende des 1. Weltkrieges die Maschine überlackieren müssen. Der Grund: Nach der Niederlage Österreich-Ungarns und dem Zerfall der K.u.K-Monarchie wurde Südtirol an Italien angegliedert. Mit der einsetzenden Italianisierung, verstärkt unter der faschistischen Herrschaft Mussolinis, wurde die deutsche Sprache selbst aus den Südtiroler Küchen verbannt. Das Firmensiegel, das unter dem Lack hervorkommt, bestätigt die Vermutung Angerers: Es weist die Gebrüder Schwabenland aus Mannheim als Hersteller der Aufschnittschneidemaschine aus.

Obwohl die Maschine für ca. 200 Euro restauriert werden muss, schätzt der Experte den möglichen Verkaufserlös auf 200-300 Euro. Ein respektabler Wert für ein Küchenutensil mit Geschichte.

stol

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