Am 29. Mai 1953 steht der Neuseeländer Edmund Hillary als erster Mensch auf dem Mount Everest – dem höchsten Berg der Erde. Mit dem Gipfelsieg auf 8850 Meter Höhe kennt die Weltkarte der Entdecker keine weiße Flecken mehr. Der Mensch bezwingt die Natur. Aber plötzlich tauchen Zweifel auf: War Hillary wirklich der erste Mensch auf dem Dach der Welt?1999 gelingt dem deutschen Geologen Jochen Hemmleb am Mount Everest ein Sensationsfund, der ihn schlagartig weltberühmt macht. Während einer riskanten Expedition, die er jahrelang akribisch vorbereitet hat, entdeckt sein Team auf 8300 Metern Höhe, knapp unterhalb des Gipfels des Mount Everest, die Leiche seines möglichen Erstbesteigers – des Engländers George Mallory.Der mögliche ErstbesteigerMallory ist eine Legende. 1924 bricht er mit seinem Partner Andrew Irvine zu einem dramatischen Gipfelversuch am Everest auf. Beide kehren nie zurück. Seitdem rankt sich um Mallory das größte Mysterium der Alpingeschichte.Kann es sein, dass es dem willensstarken Bergsteiger damals gelungen sein könnte, als erster Mensch der Welt den höchsten Gipfel der Erde zu bezwingen – ein Vierteljahrhundert bevor dies dem Neuseeländer Edmund Hillary gelang, der als der offizielle Erstbesteiger gilt?Der SensationsfundDer Sensationsfund der Leiche Mallorys weckt Jochen Hemmlebs Ehrgeiz. 2001 führt er eine zweite Everest-Expedition durch und entdeckt tatsächlich das bislang unauffindbare Höhenlager, von dem aus Mallory und Irvine damals zum Gipfelsturm aufbrachen.2010 bricht Jochen Hemmleb ein weiteres Mal auf, um den vielleicht letzten Beweis der Erstbesteigung des Mount Everest durch George Mallory und Andrew Irvine zu finden. Gemeinsam mit einem Team von österreichischen Bergsteigern, Theo Fritsche, Axel Naglich, Volker Holzner und Sepp Bachmaier, sowie dem Kameramann Günther Göberl und Regisseur Gerald Salmina, beginnt eine abenteuerliche Suchaktion auf den Schneefeldern des Mount Everest. Denn die Leiche von Adrew Irvine wird noch vermisst – und mit ihr der Fotoapparat, den die beiden mit zum Gipfel nahmen…Faszination Mount EverestIn diesem Jahr stehen auf der Nordseite des Himalayas 25 Expeditionen in den Startlöchern – unter ihnen auch Jordan Romero, ein 13-jähriger Bergsteiger, der gemeinsam mit seiner Familie vom Gipfelerfolg träumt. Auf die Frage, warum er diese Strapazen auf sich nehme, antwortet der Junge mit den Worten George Mallorys: „Because it´s there!“. Nach beinahe 90 Jahren scheint die Faszination für den Mount Everest ungebrochen.Die Rolle der ArchiveNeben der abenteuerlichen Suche nach dem Beweisstück am Everest, führt die Entdeckungsreise Jochen Hemmleb weiter nach Großbritannien, Österreich und in die Schweiz. In den Laboren und Archiven der Wissenschaft geht er der detektivischen Interpretation von Indizien nach. Er hat Textilingenieure gebeten, Faserproben zu analysieren, die er bei seiner letzten Expedition in 8300 Metern Höhe der Ausrüstung Mallorys entnommen hat. In Gesprächen mit Wissenschaftlern, wie z.B. dem Höhenmediziner Prof. Oswald Ölz in Zürich oder dem Innsbrucker Meteorologen Karl Gabl, kommt er der Lösung des Rätsels immer näher.Das Geheimnis bleibtDas Team bricht nach einer fast 4 wöchigen Warte- und Erholungsphase im Base Camp erneut auf. Die Wetterlage hat sich stabilisiert und es scheint ein perfekter Zeitpunkt für die Suche gewählt worden zu sein. Doch im Laufe des langen Aufstieges verschlechtert sich die Wettersituation erneut.Zusätzlich zu der immer ungünstigeren Entwicklung, erschweren Kreislaufprobleme und ein defektes Sauerstoffgerät die Suche. Jedem einzelnen Expeditionsteilnehmer wird das Äußerste abverlangt. Wird David Irvine weiterhin verschollen bleiben? Wird der Berg sein Geheimnis jemals preisgeben?Zu sehen ist der Film „Erster auf dem Everest“ in Anwesenheit des Alpinhistorikers Jochen Hemmleb am Mittwoch, 24. April, um 20 Uhr im Filmclub. Der Alpenverein Südtirol zeigt ihn in Zusammenarbeit mit dem Filmclub.stol