Im Rahmen des Interreg-IV-Projektes „Bewegtes Leben" werden „Speckbacher" und „Bozen mit dem Luftkurort Gries" des Filmarchivs Austria gezeigt. Vor der Aufführung der beiden Stummfilme wird der Filmhistoriker und Leiter des Zentralfilmarchivs im Filmarchiv Austria, Nikolaus Wostry, eine kurze Einführung zu den Filmen geben. Michael Lösch wird die beiden Filme am Klavier begleiten.Der Film „Speckbacher" (45 Minuten) zählt zu den ganz wenigen überlieferten österreichischen Spielfilmen vor 1914. Hergestellt im Sommer 1912 unter Beteiligung von etwa 2000 Statisten, den Schauspielern der Exl-Bühne und unter Verwendung von teilweise originalen Ausstattungsgegenständen (darunter dem Speckbacher-Säbel aus dem Andreas-Hofer-Museum in Innsbruck), inszenierte der Regisseur Pierre Paul Gilmanns den Befreiungskampf der Tiroler gegen die französische Besatzung. Das an Originalschauplätzen verfilmte Epos verschlang die enorme Summe von 60000 Kronen. Die Wiener Jupiter-Film, die mit diesem Monumentalfilm die aufwändigste österreichische Produktion vor dem Ersten Weltkrieg geliefert hatte, schlitterte damit in den finanziellen Ruin. Bereits 1912 wurde „Bozen mit dem Luftkurorte Gries" (zehn Minuten) gedreht, der am 8. Jänner 1913 uraufgeführt wurde und damit zu den ältesten erhaltenen österreichischen Dokumentarfilmen gehört. Die Produktionsfirma war die in „Naturbildern" sehr versierte Sascha-Film. Der Film, der im Filmarchiv Austria in Laxenburg aufbewahrt wird, wurde im Rahmen des Interreg-IV-Projektes „Bewegtes Leben" restauriert.„Bewegtes Leben" ist ein dreijähriges Projekt der Länder Süd- und Nordtirol, das das zeitgeschichtlich bedeutende audiovisuelle Kulturerbe langfristig sichern und einer breiten Öffentlichkeit vermitteln will.lpa