Freitag, 19. Februar 2016

„Das Tagebuch der Anne Frank“: Vom Mythos zum Menschen

Ihre Geschichte ist eine der bekanntesten aus dem Holocaust – jetzt ist „Das Tagebuch der Anne Frank“ erneut verfilmt worden. Der Spielfilm von Regisseur Hans Steinbichler feierte auf der Berlinale Weltpremiere.

Das jüdische Mädchen Anne Frank hatte von 1942 bis 1944 Tagebuch geführt.
Das jüdische Mädchen Anne Frank hatte von 1942 bis 1944 Tagebuch geführt. - Foto: © shutterstock

Die 16-jährige Lea van Acken spielt darin die Hauptrolle. Er habe große Angst gehabt, keine Anne zu finden, sagte Steinbichler. Beim Casting hätte dann als Zweite van Acken vorgesprochen – „und wir mussten nicht mehr überlegen“. In die Kinos kommt der Film am 3. März.

Anne Frank im Mittelpunkt

Das jüdische Mädchen Anne Frank hatte von 1942 bis 1944 Tagebuch geführt, während sie sich mit ihrer Familie vor den deutschen Besatzern in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckte. Sie starb später in einem Konzentrationslager. In dem neuen Film spielt Martina Gedeck („Bella Martha“) die Mutter Edith, Ulrich Noethen („Ein fliehendes Pferd“) ist in der Rolle des Vaters Otto zu sehen. Der Vater überlebte als einziger der Familie.

Der Film habe Anne Frank ins Zentrum stellen wollen, sagte Steinbichler. Sie hätten den Mythos etwas entkleiden „und den Menschen darunter sichtbar machen“ wollen. Anne Frank sei ehrgeizig und sich selbst bewusst gewesen, ihre Beobachtungen – etwa die Frauenrolle der Zeit betreffend – seien haarscharf gewesen. 

Das Tagebuch der Anne Frank

Am 12. Juni 1942 bekommt Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein rot-weiß kariertes Tagebuch geschenkt. Es sollte zwei Jahre lang ihre beste Freundin werden. „Liebe Kitty!“, so beginnt das jüdische Mädchen in Amsterdam ihre Einträge. Zunächst im Wohnhaus der aus Deutschland geflohenen Familie und dann im Versteck vor den deutschen Besatzern im Hinterhaus an der Prinsengracht vertraut Anne dem Tagebuch ihre Gedanken, Wünsche, Ängste und Beobachtungen an.

Am 1. August 1944 schreibt sie zum letzten Mal in ihr Tagebuch – längst ist es nicht mehr das erste rot-karierte Büchlein, sondern ein Schreibheft.
Drei Tage später wird das Versteck verraten, die Untergetauchten werden in Konzentrationslager deportiert. Anne stirbt im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Doch ihre Tagebücher werden gerettet.

dpa

stol