Nach 4600 Jahren Tiefschlaf braucht „Black Adam“ schon mal ein wenig Nachhilfe, wie Superhelden heutzutage auftreten. Zu einem guten Spruch rät ihm der jugendliche Fan Amon, und keine Erziehung zur Gewalt, fügt seine Archäologen-Mutter Adrianna (Sarah Shahi) an. Das verwirrt den Muskelprotz. Wer denn dann dafür zuständig sei, dem Jungen Gewalt beizubringen. <h3> Pierce Brosnan als nette Variante von Marvels Dr. Strange</h3>Aber die Zeiten haben sich gewandelt, auch fliegende Kraftpakete mit Blitzschlagkräften. So ganz ohne Gewalt geht es leider auch im 21. Jahrhundert nicht zu. Aber zumindest keine tödliche Gewalt fordert auch die Justice Society of America vom antiken Heroen. Die will gewissermaßen so etwas wie ein Superhelden-UNO-Mandat durchsetzen und Adam in die Schranken weisen. <BR /><BR />Chefverhandler ist Hawkman (Aldis Hodge) mit Unterstützung der Jung-Heroes Atom Smasher (Noah Centineo) und Cyclone (Quintessa Swindell). Der alte weiße Doctor Fate (herrlich trocken: Pierce Brosnan als nette Variante von Marvels Dr. Strange) steht beratend zur Seite. Doch Adam als Beschützer des afrikanisch-ägyptischen Fantasie-Staates Kahndaq und die einfachen Leute von der Straße stellen das internationale Gerechtigkeits-Mandat in Frage. Adam ist ihr Held. Er kämpft lieber seinen eigenen Kampf. Gegen wen lässt das ziemlich sprunghafte Drehbuch leider lange offen.<h3> Es geht um Halbgötter</h3> Mit angenehm viel Tempo werden die Schwachstellen der Handlung ebenso überspielt wie mit ordentlich Einsatz von Deus-Ex-Machina-Erklärungen – es geht immerhin um Halbgötter.<BR /><BR /> Zwischen Indiana-Jones-Anklängen und Stellvertreter-Schlachten der Götter wie in der Ilias will der Film frühgeschichtliche Klischees in einem babylonisch-ägyptischen Wakanda verarbeiten. Richtig moderne Ideen hat er dafür aber keine. Spannender an dieser Origin Story ist da schon die Selbstfindung des erweckten Helden, der eigentlich gar keiner sein will, und den pseudo-aufgeklärten US-Helden von Heute gegenübersteht. <h3> Film bleibt stets harmlos-jugendfrei</h3>Regisseur Jaume Collet-Serra beschreibt ihn als „Dirty Harry der Superhelden“. Back Adam lässt also lieber seiner Wut freien Lauf, ohne Rücksicht auf Moral-Gesetze. Dementsprechend hoch gestaltet sich zunächst die Opferzahl, auch wenn der Film dabei stets harmlos-jugendfrei bleibt. Zuweilen machen sich dabei überraschend schlechte CGI-Effekte bemerkbar.<BR /><BR />Mit Dwayne „The Rock“ Johnson ist der neueste DC-Superheld perfekt besetzt. Ob sich sein teures Helden-Engagement in diesem und weiteren Abenteuern lohnt, entscheidet sich ab heute an der Kinokasse. Insgesamt ist „Black Adam“ ein kompaktes und flottes Action-Abenteuer mit einer Prise Humor und ohne viel Gewicht. Marvel’s schwarzem Panther – seinem offensichtlichen Kino-Konkurrenten, der schon im November seinen nächsten Auftritt hat – ist der Film aber nicht gewachsen.<BR /><BR /><BR />