Darin erzählt Frankreichs Arbeiterpoet Robert Guédiguian einfühlsam von den Versuchen seiner Helden, ihren Idealen treu zu bleiben. Dem Altmeister des Sozialrealismus gelingt dabei ein eindringliches Plädoyer für Solidarität, Humanität und Versöhnung. Im Anschluss an den Film lädt der ASGB zu einer Diskussionsrunde zwischen Experten in Personalfragen und Kinobesuchern und einem Umtrunk im Foyer des Kinos.Zum InhaltMichel lebt zufrieden mit seiner Frau Marie-Claire in Marseille. Die beiden sind seit 30 Jahren ein glückliches Paar und sind stolz auf ihr politisches Engagement in der Gewerkschaft. Selbst als Michel einige der Hafenarbeiter entlassen muss und sich aus Solidarität selbst kündigt, trübt das seine Existenz nicht durchgreifend. Anlässlich ihres Hochzeitstags schenken ihnen Familie und Freunde das Geld für eine Reise zum Kilimandscharo.Doch Michel und Marie-Claire werden Opfer eines brutalen Überfalls. Der Schock wird allerdings noch größer, als sie feststellen, dass einer der Männer, die zeitgleich mit Michel entlassen wurden, für den Überfall verantwortlich ist.Prekäre Arbeitsmarktsituation und die fortschreitende Verarmung der Gesellschaft Der ASGB will mit diesem Film auf die prekäre Arbeitsmarktsituation und die fortschreitende Verarmung der Gesellschaft in Europa und in Südtirol hinweisen. Auch in Südtirol droht Jugendarbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und verfehlte Ausbildungspolitik, Altersarbeitslosigkeit der über 50-Jährigen aufgrund des krisenbedingten Arbeitsplatzverlustes, Verschuldung der Familien durch teils unangemessene Entlohnung und sinkende Kaufkraft sowie Armut im Rentenalter durch das beitragsbezogene Rentensystem.Der Film schildert anhand eines Einzelschicksals eindrucksvoll, wie sogenannte „Verlierer“ unserer modernen Gesellschaft für sich selbst Kriminalität als Überlebensstrategie rechtfertigen. Man kann die Handlung im Film gleichzeitig auch als Folgeerscheinung des „Krieges unter den Armen“ werten, den die falsch verstandene Globalisierung mit sich gebracht hat. Ein Szenario, das sich morgen auch in Südtirol abspielen könnte.Mit diesem sehenswerten Film und der anschließenden Diskussionsrunde zwischen Experten in Personalfragen und Kinobesuchern soll ein Denkanstoß dafür gegeben werden, diese Problematik in Südtirol bereits heute in Angriff zu nehmen, trotz des Status, eine der reichsten europäischen Regionen zu sein.Zu sehen ist der Film am 3. April und 18 Uhr im Filmclub Bozen.