Montag, 17. Juni 2019

Deutscher Regisseur Rolf von Sydow gestorben

Der deutsche Regisseur Rolf von Sydow ist am Sonntag im Alter von 94 Jahren gestorben. Einen entsprechenden Bericht der „Bild”-Zeitung bestätigte seine Frau Susanne der Deutschen Presse-Agentur. Am Dienstag wäre von Sydow, der „Tatorte”, Durbridge-Krimis und Pilcher-Romane inszenierte, 95 Jahre alt geworden.

Rolf von Sydow wäre am Dienstag 95 Jahre alt geworden. - Foto: APA (dpa)
Rolf von Sydow wäre am Dienstag 95 Jahre alt geworden. - Foto: APA (dpa)

Sein Lebenswerk umfasst mehr als 130 Film- und Fernsehproduktionen, Theaterinszenierungen, Kabarettprogramme und Hörspiele. Wenn es um Kitsch, Liebeskummer, Schmonzetten oder spannende Unterhaltung ging, war man bei von Sydow an der richtigen Adresse Der Grandseigneur der Unterhaltung hatte in seiner Karriere ein Händchen für leichte Stoffe. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Serien „Zwei Münchner in Hamburg” mit Uschi Glas und „Die schöne Wilhelmine” mit Anja Kruse.

Erfolge hatte von Sydow auch als Regisseur von Specials, etwa über Harald Juhnke, Manfred Krug oder Inge Meysel. Als Synchronregisseur bearbeitete er den Klassiker „Ein Herz und eine Krone” (1953) mit Gregory Peck und Audrey Hepburn für das deutsche Publikum. Seine Jugend war nicht leicht: Wegen seiner jüdischen Wurzeln litt der Wiesbadener in den ersten zwei Jahrzehnten seines Lebens unter der Nazi-Herrschaft. Seine Erinnerungen aus dieser Zeit hat er in seinem Buch „Angst zu atmen” aufgeschrieben. „Wenn die Nazis nicht gewesen wären, wäre ich wohl Offizier oder Diplomat geworden”, meinte er mit Blick auf andere Männer in seiner Familie.

1942 geriet von Sydow als Soldat in kanadische Kriegsgefangenschaft, in der er seine Liebe zum Theater entdeckte. Später wurde er freier Regisseur. Dazwischen war er Leiter des Fernsehspiels beim Südwestfunk (1973-77) sowie beim Saarländischen Rundfunk (1977-79).

Besonders wichtig waren in seiner Karriere die „Straßenfeger” mit enorm hohen Einschaltquoten - Krimis nach den Büchern des Briten Francis Durbridge, darunter „Das Messer” mit Hardy Krüger von 1971. Nochmals eine Dosis Großbritannien gab es dann mit den Verfilmungen der Liebesromane von Rosamunde Pilcher von 1994 bis 2002.

apa/dpa

stol