Sonntag, 18. April 2021

Die Entscheidung ist gefallen: Das sind die Preisträger des Filmfestivals Bozen

Evi Romens Regiedebüt „Hochwald“ wurde beim 34. Bolzano Film Festival Bozen als bester Spielfilm prämiert. Die österreichische Regisseurin verwies mit ihrem Beitrag 5 weitere Konkurrenten auf die Plätze und ergatterte sich den Preis des Landes Südtirol.

Evi Romens „Hochwald“ wurde als bester Spielfilm ausgezeichnet.
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Evi Romens „Hochwald“ wurde als bester Spielfilm ausgezeichnet. - Foto: © Filmfestival Bozen
Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Inmitten einer idyllischen Landschaft, die man normalerweise als Urlaubsdestination schätzt, erwartet uns eine Geschichte, die man so nicht erwartet hat. Auf subtile Weise muss sich ein junger Mann hier behaupten, um das Leben, das er leben will, auch leben zu dürfen. In vielschichtiger Weise legt der Film die Seele des Protagonisten offen, für den es kein Entkommen aus seiner Herkunft gibt, der im Dorf aber keinen Rückhalt hat, auch nicht bei den anderen jungen Menschen. Als Außenseiter versucht er dennoch seinen Traum zu leben. Die Jury gibt den Preis an „Hochwald“ wegen seines mutigen Zugangs zur Geschichte dieses Außenseiters, die in vielschichtiger Weise und dank eines grandiosen Hauptdarstellers überzeugt.“

Den Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse erhielt hingegen das österreichisch-deutsche Regieduo Elsa Kremser und Levin Peter für ihren Beitrag „Space Dogs“


Laut der Jury wurde der Streifen ausgezeichnet „für das originelle Thema, die visionären und schillernden Bilder, aus einer bunten Palette von nächtlichen Lichtern, taghellem Grün und Asphaltgrau. Für den ausgewogenen und poetischen Rhythmus, der Musik, Ton, Montage und Erzählerstimme, die direkt aus der Vergangenheit zu kommen scheint, geschickt miteinander verbindet. Für die Dichotomie von Weltraumerkundung anhand unglaublichen Archivmaterials und dem bodennahen Blick auf die Erde, durch einen unsichtbaren Stalker auf Augenhöhe mit den Hunden.“

„Space Dogs“ sei ein „starker Film über die Sinnwidrigkeit und Grausamkeit des menschlichen Handelns und über die Unschuld, Zärtlichkeit und natürliche Brutalität der Tiere. Der Film geht über die reine Erzählung hinaus, es haftet ihm etwas Archaisches an, hypnotisch und überraschend, dass es schwierig ist, ihn zu vergessen.“

Publikum stimmt für „Nour“ von Mauro Zaccaro

Bei der Vergabe des Publikumspreises der Stadt Bozen entschieden sich die Zuschauer für „Nour“ von Mauro Zaccaro, der „Golden Walther Award“ geht derweil an: „Luca + Silvana“ von Stefano Lisci

Natalia Sinelnikova ergatterte sich mit ihrem Film „Iris“ schließlich sowohl des „True Colours International Distribution Prize“ als auch den „Cine Chromatix Italy Post-Production“

TRUE COLORS: „Das Erstlingswerk hat einerseits alle Charakteristiken um erfolgreich bei internationalen Festivals zu laufen, andererseits hat es aber auch das Potential, sich einen Platz im Arthouse-Verleih zu sichern. Ein faszinierender, weiblicher Blick auf eine scheinbar perfekte Welt, die hinter einer inszenierten Scheinwelt tiefsitzende Ängste offenbart. Ein Film von dem man hofft, dass er nach seiner Fertigstellung, das Publikum anregt, über das Mutigsein und die Wahrheit nachzudenken“, so „True Colours“.

Und auch „Cine Chromatix“ stimmt in die Lobeshymnen mit ein: „Wir haben uns dazu entschlossen den Postproduktions-Preis dem Film 'Iris' zu vergeben, zum einen, weil wir großes Potenzial in der Geschichte eines sich langsam steigernden Konfliktes zwischen „Schein“ und „Sein“ und in der außergewöhnlichen audiovisuellen Umsetzung derselben sehen und zum anderen, weil sich das Projekt in einem Status befindet, wo wir als Postproduktionsunternehmen noch genügend kreativen Raum sehen, durch unser Mitwirken und unsere Unterstützung dem Werk einen signifikanten Mehrwert zu bieten“.


Das Filmfestival wurde in diesem Jahr coronabedingt online abgehalten. Alle Filme sind noch bis zum heutigen 18. April im Internet zu sehen.

apa/stol