Der Film wird im Rahmen der Uraufführung des Oskar Roehler Films „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ (mit Tobias Moretti, Moritz Bleibtreu und der Boznerin Anna Unterberger in der Rolle des Dienstmädchens „Britta“ - seit 24. September im Kino) gezeigt. Der Zeithistoriker Christoph von Hartungen gibt eine Einführung zum Film und stellt die Bedeutung von Veit Harlan und seines Films „Jüd Süß“ in den historischen Kontext.Der Name von Veit Harlan, Filmregisseur in den Diensten von Joseph Goebbels, ist vor allem mit Jud Süß verbunden, dem schändlichsten antisemitischen Spielfilm der NS-Zeit. Der Dokumentarfilm von Felix Moeller erzählt die Geschichte dieses umstrittenen Regisseurs, dessen Filme die Mentalität unzähliger Zuschauer prägten und der auch nach dem Zweiten Weltkrieg seine Karriere fortsetzen konnte. In Interviews mit Harlans Söhnen, Töchtern und Enkeln, vielen Filmausschnitten und erstmalig zu sehendem Material aus dem Familienarchiv erzählt der Film vor allem vom Schicksal der Harlan-Familie in der Nachkriegszeit und dem Einfluss der Vergangenheit auf das eigene Leben bis heute.Sohn Thomas Harlan kommentiert im Dokumentarfilm die Rolle seines Vaters Veit unter den Nazis folgendermaßen: „Ich glaube nicht, dass der Antisemitismus bei ihm ein interessantes Thema ist. Das ist oberflächlich gesagt. Das Wirkliche ist, dass der Nicht-Antisemit der beste Wetzer des Messers war. Und das ist das Infame daran, und das Schlimmste ist, dass der, der es gemacht hat, nicht verstanden hat, zu was er gerufen worden ist. Und als er es verstanden hat oder hätte verstehen können, immer noch nicht gemerkt hat, dass man in dem Beruf dann vielleicht doch nicht weitermachen darf.“