Zentrales Thema des Films ist die Frage, wie es möglich ist, dass knapp eine Milliarde Menschen an Hunger leidet, wo es insgesamt doch Nahrung für schätzungsweise zwölf Milliarden Menschen gibt? Der Dokumentarfilmer David Syz, einst Schweizer Staatssekretär für Wirtschaft und damit mitverantwortlich für die internationale Entwicklungspolitik, begibt sich dabei auf weltweite Spurensuche. Jeder siebte Mensch leidet weltweit an Hunger. Kinder sind besonders schwer betroffen: Alle zwölf Sekunden stirbt eines, weil es nicht genug zum Essen hat. Vor dem Hintergrund dieser erschreckenden Zahlen und der neuerlichen Hungerkrise in Westafrika hat die Caritas der Diözese Bozen-Brixen am 23. August die fünfte Ausgabe ihrer Sommerkampagne „Hunger macht keine Ferien“ gestartet (STOL hat berichtet). Die Hauptverantwortlichen für den HungerHunger ist eines der schwerwiegendsten und komplexesten Probleme unserer Zeit: Knapp eine Milliarde Menschen leidet daran. Dabei müsste das nicht sein, denn zum Essen gibt es auf der Welt mehr als genug: Laut FAO reichten die bestehenden Lebensmittel leicht zur Ernährung von zwölf Milliarden Menschen aus.Nur sind die Nahrungsmittel denkbar ungünstig und ungerecht verteilt. David Syz begibt sich in dem Film aufgrund dieser Tatsache auf eine Expedition durch drei Kontinente und sucht dabei nach Antworten. Die Fragen, die er dabei aufgreift, sind folgende: Welchen Einfluss haben Subventionen in den reichen Agrarstaaten? Welche Rolle spielen Spekulanten an der Börse? Wie weit gehen die politische Verantwortung der internationalen Gemeinschaft und die jedes einzelnen Landes, um den Hunger zu bekämpfen? Haben die armen Länder eine Chance zur Selbstversorgung? Und wie sieht der tagtägliche Kampf gegen Hunger von afrikanischen Bauern aus? Dabei kristallisieren sich die folgende Schwerpunkte heraus: Nicht so sehr der ausbleibende Regen oder langanhaltende Dürreperioden, sondern Börsenspekulationen, ungerechte Subventionspolitik und politische Gleichgültigkeit sind hauptverantwortlich für den Hunger.Zur Vorbereitung des Films besuchte Syz die großen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen in Rom (IFAD, FAO, WFP), sprach mit internationalen Experten bezüglich Nahrungssicherheit oder Agrar- und Subventionswirtschaft, beobachtete Spekulanten an der Agrarbörse in Chicago, besuchte Großbauern in den USA und reiste nach Senegal und Äthiopien, um das Hungerproblem und dessen Bekämpfung verstehen zu lernen. Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Hunger - Genug ist nicht genug“ von David Syz wird vom 28. bis zum 31. August in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln im Bozner Filmclub gezeigt. Bei der Premiere am 28. August um 20 Uhr wird Franco de Giorgi, Primar der Ersten Hilfe des Krankenhauses Bozen in Pension und Mitglied des Fachbeirates für die Entwicklungszusammenarbeit, gemeinsam mit Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler in das Thema einführen.