Samstag, 19. Oktober 2019

Film über IS-Radikalisierung gewinnt Hauptpreis

Der Film „Tracing Addai“ (Auf den Spuren von Addai) über die IS-Radikalisierung eines jungen Mannes hat den Hauptpreis des Europäischen Filmfestivals dokumentART 2019 gewonnen.

Der Film thematisiert die Gefühle einer Mutter, die ihren Sohn an die Terrororganisation IS verliert.
Der Film thematisiert die Gefühle einer Mutter, die ihren Sohn an die Terrororganisation IS verliert. - Foto: © Screenshot Youtube/Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Der Streifen thematisiere die Gefühle einer Mutter, die ihren Sohn an die Terrororganisation IS verliere, erklärte Margit Schild als Sprecherin der internationalen Jury am Samstag in Neubrandenburg.

„Dieser Film hat uns am meisten berührt.“ Der halbstündige Dokumentarfilm von Esther Niemeier mit Animationsteilen hat bereits Preise in 4 Ländern gewonnen.

Insgesamt traten in Neubrandenburg 49 Filme um 5 Preise an. Der Hauptpreis des Schweriner Bildungsministeriums ist mit 5000 Euro dotiert. „Das Thema Syrien ist gerade wieder brennend aktuell“, erläuterte Schild.

Flüchtlingspolitik ist dominierendes Thema

Die Flüchtlingsproblematik dominierte das Filmfest: Gleich 3 Preise gingen an Filme mit Bezug dazu. So verlieh die Jury den zweithöchsten Preis an den Film „Biotop“ des deutschen Filmemachers Paul Scholten. Er zeigt, wie aus Ressentiments und Ängsten eine überdimensionierte Lärmschutzwand in einem Vorort von München entsteht – wegen eines Heimes für Flüchtlinge.

Den erstmals vergebenen „Nachhaltigkeitspreis“ bekam der Schweizer Andreas Muggli, der 2 afrikanische Flüchtlinge in einer Zeltstadt in Norditalien traf und mit der Kamera über Wochen in die Schweiz begleitete.

apa/dpa