Dienstag, 18. Mai 2021

Filmclub zeigt „Plindern“ von Hannes Lang

Ab 20. Mai ist der letzte Film in der gratis Online-Reihe „#filmcreativesbz“ auf der Internetseite des Filmclubs zu sehen. Zum Abschluss wird der Dokumentarfilm „Plindern“ von Hannes Lang gezeigt.

Der Filmclub Bozen zeigt den Film „Plindern“ von Hannes Lang.
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Der Filmclub Bozen zeigt den Film „Plindern“ von Hannes Lang. - Foto: © Hannes Lang
Der Film ist ein intimes Portrait der Großeltern des Kastelruther Filmemachers. Während die Großmutter ihre Selbstständigkeit bewahrt, verbringt der vergessliche und schwerhörige Großvater die Tage meist dösend am Sofa in der Stube. Die mühsame Routine wird durch ein anstehendes Ereignis aus der Balance gebracht: Nach 60 gemeinsamen Jahren wird es nun Zeit, den alten Bauernhof zu verlassen und in eine moderne, seniorengerechte Wohnung umzuziehen.

Hannes Lang lebt und arbeitet als Regisseur und Produzent in Köln. Nach einer Ausbildung zum Tischler, arbeitete er zunächst als Produktionsassistent bei der Kastelruther Filmproduktionsfirma Penn, bevor er nach Köln ging und dort die Kunsthochschule für Medien, mit Schwerpunkt auf dem künstlerischen Dokumentarfilm, besuchte.

Der Talk

Im Gespräch zum Film gibt Hannes Lang interessante Einblicke in sein neues Projekt, seinem ersten Spielfilm, für den er als Produzent verantwortlich zeichnet. Er erzählt von den Produktionsbedingungen in Zeiten von Corona und von den finanziellen Risiken. Die Dreharbeiten waren geprägt von der Sorge, dass es zu einer Infektion kommt und die Arbeiten am Set unterbrochen werden müssen, was für seine kleine Produktionsfirma nur sehr schwer zu verkraften gewesen wäre.

In seinen Filmen beschäftigt sich Hannes Lang immer wieder mit dem Thema des Verschwindens, des Aussterbens, des sich Veränderns von Lebenswelten. Bei seinem ersten abendfüllenden Kinofilm PEAK (2011) ist es die alpine Landschaft, die vom Menschen verändert und zurückgedrängt wird. Bei I WANT TO SEE THE MANAGER (2014) sind es ganze Gesellschaften, die im Umbruch sind. Und bei PLINDERN ist es dieser kleine Kosmos von zwei Menschen – der Opa, der seit 90 Jahren und die Großmutter, die seit über 65 Jahren in dem Haus leben – der verschwindet. Mit dem Abbruch des alten Bauernhauses verschwindest ein Stück bäuerliche Lebenswelt und mit dem Sterben der beiden Personen, verschwindet die von ihnen gesprochene Sprache.

stol

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