Montag, 29. Mai 2017

Filmfestspiele Cannes: Schweden jubeln über Goldene Palme

Die Verleihung der Goldenen Palme an den schwedischen Film „The Square“ hat in der Heimat großen Jubel ausgelöst. Medien und Politiker beglückwünschten Regisseur Ruben Östlund.

Ruben Östlund feiert seinen Erfolg in Cannes.
Ruben Östlund feiert seinen Erfolg in Cannes. - Foto: © LaPresse

Die schwedische Zeitung „Expressen“ bezeichnete den 43-jährigen als Schwedens interessantesten Filmemacher und titelte am Montag: „Champion Ruben Östlund“.
„Dagens Nyheter“ kommentierte: „Danke Cannes – Humor und Zeitgeist haben gewonnen“.

„The Square“ sei zeitgenössisch, grenzenlos und lustig.

Seit 1951 erste Preis für schwedischen Regisseur

Zahlreiche schwedische Politiker nutzten die sozialen Medien für ihre Glückwünsche. Kulturministerin Alice Bah Kuhnke schrieb auf Instagram: „Zum ersten Mal seit 1951 gewinnt ein schwedischer Regisseur und ja, das ist großartig und fantastisch.

Für den schwedischen Film im Allgemeinen und für Rubens Kunstfertigkeit besonders. Hurra Hurra Hurra!“ Zuvor hatte Östlunds Landsmann Alf Sjöberg den Hauptpreis des bedeutendsten Filmfestivals zweimal gewonnen – 1946 und 1951 hieß dieser jedoch noch „Grand Prix“.

Schräge Satire auf die Kunstwelt

In „The Square“ verliert ein Museumskurator sein Handy und will es um jeden Preis zurückbekommen. Also ortet er das Telefon und schreibt an alle Bewohner des mehrstöckigen Hauses einen Drohbrief. Tatsächlich bekommt er kurz darauf sein Handy wieder – doch dann gehen seine Probleme erst richtig los.

Östlund legt mit seinem ersten Wettbewerbsfilm in Cannes eine schräge Satire auf die Kunstwelt und zugleich westliche Wohlstandsgesellschaften vor: Sein Museumskurator gibt sich zwar gern als tolerant und fortschrittlich, wird aber zunehmend als Macho und äußerst unsozialer Mensch entlarvt. Östlund fokussiert dabei immer wieder auf die Kunstwelt, offenbart aber außerdem auch Abgründe in der saturierten, bürgerlichen Schicht insgesamt.
apa/dpa

stol