Regisseurinnen, Produzentinnen, Cutterinnen bestimmen neben den Starlets und wahrhaftigen Diven des Films heute mehr denn je das Kino. Häufig sind die Filme der Filmemacherinnen zu anspruchsvoll und „ernst“, inhaltlich zu speziell und formal zu experimentell als dass sie dem Mainstream gefielen.Solchen anspruchsvollen Filmen ist die Filmreihe Female Views gewidmet: Gefragt wird nach den gesellschaftspolitischen und produktionstechnischen Umständen, unter denen diese Filme entstanden sind und nach den formalen bzw. künstlerischen Entscheidungen, mit denen die Themen erzählt werden.Film schauen und zum Thema diskutierenDiese Themen sind darüber hinaus Anlass, um pro Filmabend jeweils mit Personen aus regionalen und überregionalen frauenpolitisch relevanten Institutionen ins Gespräch zu kommen und deren konkretes Engagement für die Chancengleichheit von Frau und Mann, für unterschiedliche sexuelle Ausrichtungen, für unterschiedliche Familienmodelle, für MigrantInnen sowie grundsätzlich für die Förderung individueller und selbstbestimmter Lebensmodelle dem Publikum vorzustellen und mit diesem zu diskutieren."Leben zwischen den Kulturen"Der zweite Termin am Mittwoch, 13. Februar (20 Uhr) ist dem Thema "Leben zwischen den Kulturen" gewidmet. Gezeigt wird neben der 20-minütigen Filmdokumentation "Le stelle in cielo mi chiedono" von Katia Assuntini in Zusammenarbeit mit Bozner Schülerinnen mit Migrationshintergrund der Spielfilm "Das Fräulein" der Schweizer Regisseurin Andrea Staka.Andrea Staka, deren eigene Familie aus Ex-Jugoslawien stammt, thematisiert in ihrem mehrfach ausgezeichneten Spielfilmdebüt aus dem Jahr 2006 die Situation dreier jugoslawischer Migrantinnen, deren Lebenswege sich in Zürich kreuzen. Beide Filme sind der Versuch, mittels der filmischen Erzählung die Befindlichkeiten dieser Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Herkunftsländer verlassen mussten, zu zeigen und filmisch eine Art Psychogramm heutiger Migrationsschicksale zu zeichnen.Begrüßung durch Patrizia Trincanato, Stadträtin für Kultur, aktives Zusammenleben, Umwelt und Chancengleichheit.In Anschluss an die Filme diskutieren zum Thema die Regisseurin Andrea Staka, die Präsidentin der Vereinigung Donne Nissà Gerda Gius und die interkulturelle Mediatorin Beatrice Tedeschi-Aslam und berichten über ihr jeweiliges Tätigkeitsfeld im Bereich Migration/Emigration. Moderation: Alma Vallazza.