„Na ja, schauspielerische Meisterleistung war das keine“, räumte Shootingstar Sienna Miller ausgerechnet bei der Promotiontour ein. Wenn dann auch noch Gerüchte auftauchen, dass Testvorführungen katastrophal verlaufen und Regisseur Stephen Sommers daraufhin noch im Schneideraum gefeuert worden seien, sind die Erwartungen endgültig am Tiefpunkt angelangt. So schlecht ist „G.I. Joe“ dabei gar nicht. Die Handlung des auf einer Action-Figur aus den 50er Jahren und einer Trickfilmserie aus den 80-ern basierenden Films ist schnell erzählt: Schlagfertiges Army-Duo wird von stinkreichem Bösewicht beinahe getötet, tritt einer geheimen Anti-Terror-Einheit und darin einem Elite-Trüppchen cooler Super-Kämpfer bei und jagt den Bösewicht einmal quer über den Erdball bis unters arktische Packeis. Aber der Plot bei Filmen dieses Schlags ist ohnehin meist zweitrangig, auch wenn Regisseur und Co-Autor Sommers großen Wert darauf legte, das ursprüngliche - „einem Steven-Seagal-Film ähnliche“ - Drehbuch umzuschreiben. Dabei packte der durch die beiden „Mumie“- Filme bekanntgewordene Regisseur mehr Charaktere in seine Story und reiste zum Dreh unter anderem nach Prag und Paris. Heraus kam ein rasanter Action-Streifen mit durchaus überzeugenden Spezialeffekten. Als Highlight des Films jagt Sommers seine beiden männlichen Protagonisten Duke (Channing Tatum) und Ripcord (Marlon Wayans) sowie deren Gegenspielerin Baroness (Sienna Miller) durch Paris. Die völlige Zerstörung der französischen Hauptstadt können Duke und Ripcord zwar im letzten Moment vereiteln, der Eiffelturm muss aber dran glauben. Weil auf der rasanten Hatz auch ziemlich viele Autos in Mitleidenschaft gezogen wurden, jubelte Miller: „Wir haben 112 Autos in die Luft gejagt - das ist der Blues-Brothers-Rekord!“ Die Action-Sequenzen und Computer-Animationen retten generell den dann doch ziemlich durchschnittlichen und flachen Plot. Dabei muss den Autoren von „G.I. Joe“ eine Sache hoch angerechnet werden: Im Vergleich zu Filmen wie zuletzt „Transformers“ verzichten Sommers und Co. auf viele pseudo-heroische und pathetische Sätze. Kein „Für mein Vaterland!“, kein „Möge Gott uns allen beistehen“. Einzig „Wir haben ein paar gute Männer da draußen verloren“ konnte man sich nicht verkneifen. Leider kann sich der Film oft nicht entscheiden, ob er nun ernst gemeint oder ironisch ist. Selbst Regisseur und Darsteller sind sich da nicht ganz einig. “„G.I. Joe“ ist Fantasy und sollte auch nicht zu ernst genommen werden“, meint Hollywood-Routinier Dennis Quaid, der als General Hawk den Anführer der Elite-Einheit mimt. Regisseur Sommers betont dagegen: „Ich nehme den Film absolut ernst.“ Ob nun ironisch oder nicht, sollte der Film nicht völlig floppen, liegen Fortsetzungen schon in der Schublade. Regisseur und Darsteller haben vorsorglich gleich für drei „G.I Joe“-Filme unterschrieben. dpa