Am 10. Dezember wird in Oslo der Friedensnobelpreis an den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo verliehen, der seit Dezember 2009 in einem Arbeitslager sitzt und eine 11-jährige Haftstrafe abbüßt. Liu Xiaobo hat sich jahrelang friedlich für Menschenrechte und demokratische Freiheitsrechte in China eingesetzt und war einer der Verfasser des politischen Manifestes „Charta 08“. Der Filmabend soll Schattenseiten dieses Wirtschaftswunders beleuchten und an die Dringlichkeit von politischen und sozialen Reformen in China erinnern. Der Film erzählt die Geschichte der 30-jährigen Wu Hongyan, die jedes Wochenende den Nachtzug in eine andere Stadt nimmt. Dort hat sie sich bei einer Partnervermittlungsagentur eingeschrieben, die regelmäßige Tanzabende zu chinesischer Chanson-Musik veranstaltet. Wu Hongyan ist verwitwet und einsam. Fast schon verzweifelt sucht sie ein Gegenüber, mit dem sie diese Einsamkeit teilen kann, gerät aber immer wieder an zwielichtige Typen. Sie ist Angestellte beim Gericht und muss Frauen vor den Richter begleiten, die schwerer Verbrechen beschuldigt werden. Für sie ist diese Aufgabe so zur Routine geworden, dass es auch mal vorkommt, dass sie gähnt, während eine Angeklagte zum Tod verurteilt wird. Die Reisen mit dem Nachtzug setzen ihr zu.Auch der Vollzug der Todesstrafe gehört zu Wu Hongyans Aufgaben. Durch Zufall erfährt Li Jun, dass sie die Mörderin seiner Frau ist. Er hat alles verloren. Nach dem Tod seiner Frau, wird ihm auch das gemeinsame Kind weggenommen und er wird von seinem Chef versetzt. Also nimmt er die Spur von Wu Hongyan auf und verfolgt sie. Und sie ist fasziniert von diesem geheimnisvollen jungen Mann, der sich an ihre Fersen heftet. Hat das Glück sie nun doch noch gefunden?„Wer das chinesische Filmschaffen über die Jahre hinweg verfolgt hat und insbesondere auch noch jene Zeit, in der die operettenhaften Grossproduktionen von Gnaden der kommunistischen Partei an westlichen Festivals präsentiert wurden, staunt heute nicht schlecht über die unbändige Kraft der Unabhängigkeit, die sich da entwickelt hat. Die jungen Filmschaffenden Chinas pfeifen auf das, was der Apparat sich immer noch vorstellen mag. Sie nehmen ihre Kameras und filmen das Leben. Und einige gehen, wie Yinan Diao, noch viel weiter: Sie blicken hinein in die Abgründe einer Gesellschaft, die einem schier unerträglichen Wandel ausgesetzt ist und irgendwie selber damit fertig werden muss… Night Train bietet eine schonungslose Innenansicht Chinas.“ (Walter Ruggle, trigon-film) Dieser Filmabend als Hommage an Liu Xiaobo wird mitgetragen von der Tibetinitiative Südtirol, Human Rights International, und der Gesellschaft für bedrohte Völker.