Donnerstag, 19. März 2020

IDM: 2 Millionen Euro Wertschöpfung für Südtirol in Aussicht

Knapp 2 Millionen Euro Südtirol-Effekt und etwa 72 Drehtage in Südtirol werden die 7 Filmprojekte unserem Land bescheren, die beim ersten Call des Jahres eine Förderung durch den Südtiroler Filmfonds erhalten. Der gesamte Förderungsprozess wurde mit 1. Januar von der Südtiroler Landesregierung an IDM Südtirol übertragen. Weiterhin Aufgabe der Landesregierung bleibt hingegen, Budget, Förderkriterien und Förderrichtlinien festzulegen.

Backstage bei den Dreharbeiten zur Komödie „Dieci giorni con Babbo Natale“.
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Backstage bei den Dreharbeiten zur Komödie „Dieci giorni con Babbo Natale“. - Foto: © shutterstock
„Wir schauen nach vorne und sind fest überzeugt davon, dass die Filmproduktionen nach der Überwindung der Coronakrise ihre Tätigkeit in Südtirol bald wieder aufnehmen können. Es handelt sich um einen Wirtschaftssektor, der durch die Förderung in den letzten 10 Jahren ständig gewachsen ist und Südtirol eine hohe Wertschöpfung und eine ständig wachsende Anzahl an lokalen Filmschaffenden bringt“, sagt IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.

Seit der Gründung der Filmförderung vor 10 Jahren bewertet ein unabhängiges Expertengremium die Anträge auf Filmförderung. Neu in diesem Jahr ist, dass nicht mehr die Landesregierung den Vorschlag des Gremiums formalisiert, sondern IDM selbst. „Diese neue Regelung erleichtert die Abwicklung der Filmförderung für die einreichenden Filmunternehmen: Das Verfahren zur Gewährung und zur Auszahlung der Fördermittel ist nun einfacher und klar geregelt. Das primäre Ziel der Filmförderung ist der Aufbau und die Weiterentwicklung dieser neuen Wirtschaftsbranche in Südtirol. In den letzten 10 Jahren wurde diesbezüglich eine hervorragende Arbeit geleistet, und die Südtiroler Filmförderung hat es geschafft, sich auch international auf hohem Niveau zu etablieren“, erklärt Hinteregger.

Filme aus Italien, Deutschland, Frankreich und Schweden

Von den 7 Projekten, die nun gefördert werden, kommt eines aus Südtirol, 2 aus dem restlichen Italien, weitere 2 aus Deutschland, eines wurde von einer französischen Produktionsfirma eingereicht und eines von einem Produzenten aus Schweden. 6 der 7 Projekte erhalten eine Produktionsförderung. Dazu gehört der romantische Horror-Fantasy-Film „Non mi uccidere“ der Vivo film aus Rom. Im Zentrum der Geschichte steht das unzertrennliche Liebespaar Mirta und Robin. Als beide an einer Überdosis sterben, erwacht nur Mirta wieder zum Leben und muss feststellen, dass sie dabei ist, zum Menschenfleisch essenden Monster zu mutieren, wenn sie nicht mit aller Kampf dagegen ankämpft. 29 von 34 Drehtagen des Projektes werden unter der Regie von Andrea De Sica in Südtirol realisiert. Drehorte sind voraussichtlich Meran, Bozen und am Penegal, für den Cast vorgesehen ist Alice Pagani.

Mafia-Thriller, Komödien-Fortsetzung und Horrorfilm

Eine Produktionsförderung erhält auch das aus Deutschland stammende Projekt „Il Pastore“. Inszeniert wird der Thriller an 15 von insgesamt 44 Drehtagen unter anderem in Bozen, Meran und Tramin. Für die Produktion zeichnen die Good friends Filmproduktion aus Berlin und die Satel Film aus Wien verantwortlich. In diesem Krimi mit Schauplatz Südtirol nimmt Kommissar Erlacher die Ermittlungen zu Menschenschmuggel auf. Sie führen ihn zum Weingut von Matteo Troier, der von der Mafia erpresst wird. Als Erlacher verschwindet, übernimmt Staatsanwältin Christina Melauer den Fall. Troier gerät zunehmend unter Druck und wird, was er nie sein wollte: Il Pastore.

Mit „Dieci giorni con Babbo Natale“ fördert IDM die Fortsetzung des Kinohits „Dieci giorni senza mamma“. Im Projekt der Colorado Film Production aus Mailand führt Alessandro Genovesi erneut Regie. Die Kinokomödie wird an elf von 35 Drehtagen unter anderem in Innichen, Brixen und Niederdorf realisiert. Der Plot setzt 2 Jahre nach dem Ende des Vorgängerfilms ein. Giulia wird von ihrem Job als Anwältin völlig vereinnahmt, während Carlo den Hausmann gibt, gleichzeitig aber verzweifelt Arbeit sucht. Streit ist vorprogrammiert. Als Giulia kurz vor Weihnachten zu einem Vorstellungsgespräch nach Stockholm muss, fährt kurzerhand die ganze Familie mit und trifft ausgerechnet in Südtirol auf den Weihnachtsmann.



Im Horrorfim „The deep house“ der Radar Films Paris will das junge amerikanische Paar Tina und Ben ein Spukhaus erforschen, das beim Anlegen eines künstlichen Sees in den Alpen versenkt wurde. Sie tauchen zum Haus hinab und schaffen es tatsächlich, hineinzugelangen. Doch dann werden sie im Haus eingeschlossen und mit seinen dunkelsten Geheimnissen konfrontiert. Das Projekt mit Rowe Camille in einer der Hauptrollen wird an 5 von insgesamt 45 Tagen in Südtirol gedreht. Julien Maury und Alexandre Bustillo führen dabei Regie.

Liebe zwischen Traum und Realität

Gefördert wird auch das aus Schweden stammende Projekt „Till sleep do us part“. Peder trifft darin seine Ex-Freundin Hanna wieder. Die alten Gefühle leben wieder auf, aber beide sind glücklich mit anderen Partnern verheiratet. Als Peder ein Buch geschenkt bekommt, das die Grenze zwischen Traum und Realität aufhebt, können sie im Traum ihre Liebe ausleben. Doch beide Welten verschwimmen zusehends… Für die Regie des Dramas zeichnet Peter Dalle verantwortlich, die Produktion übernimmt Unlimited Stories aus Stockholm. Von insgesamt 35 Drehtagen werden 3 voraussichtlich in Valcastello, Toblach und Wolkenstein realisiert.

Dokus über Wildnis Europas und Schriftsteller Gasbarra


Die sechste unterstützte Produktion ist die Dokumentation „Wildnis Europa – Tiere der Superlative“ von der Gebrüder Beetz Filmproduktion aus Lüneburg. Die Dokureihe wird an 9 von insgesamt 72 Drehtagen in Südtirol realisiert, die Südtirolerin Veronika Kaserer führt bei einer der 6 Episoden Regie. Der Film wendet spezielle innovative Kameratechniken an und nimmt uns mit auf eine Reise auf den Spuren der unterschiedlichsten tierischen Bewohner Europas.

Mit „Gasbarra“ erhält in dieser Förderrunde auch das Südtiroler Dokumentarprojekt der Mediaart Production Coop aus Bozen Unterstützung bei der Produktionsvorbereitung. Regie wird Martin Hanni führen. Gezeigt wird das Leben des deutsch-italienischen Schriftstellers Felix Gasbarra, der im Berlin der 1920er Jahre lebt, bevor er vor dem Nationalsozialismus flieht und in Italien landet. Bis zum Ende seines Lebens arbeitet Gasbarra als Übersetzer und Autor fürs Radio. Heute gilt er als Pionier des dokumentarischen Hörspiels.

stol