Montag, 16. Mai 2016

Letzte „Casablanca“-Darstellerin Lebeau gestorben

Mit der Französin Madeleine Lebeau ist die letzte Schauspielerin des Filmklassikers „Casablanca“ gestorben. In dem Film von 1942 verkörperte die damals 19-Jährige mit der Rolle der Yvonne die verschmähte Geliebte von Bar-Besitzer Rick alias Humphrey Bogart.

Szene aus dem Klassiker "Casablanca" von 1942. - Symbolbild.
Szene aus dem Klassiker "Casablanca" von 1942. - Symbolbild.

Lebeau starb bereits am 1. Mai in ihrer Wohnung im südspanischen Ferienort Estepona an der Costa del Sol im Alter von 92 Jahren, wie ihr Stiefsohn, der italienische Filmemacher Carlos Alberto Pinelli am Wochenende der US-Zeitschrift „Hollywood Reporter“ bestätigte.

Ihre eindrucksvollste Szene hatte Lebeau in „Casablanca“ mit einem dramatischen Ausruf „Vive la France!“, nachdem Gäste und die Band in Ricks Café mit der französischen Nationalhymne „Marseillaise“ den Gesang anwesender Nazi-Soldaten („Die Wacht am Rhein“) niedergeschmettert hatten.

Lebeau musste vor den Nazis fliehen

Auch im wahren Leben war Lebeau Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands. Sie musste mit ihrem jüdischen Mann Marcel Dalio, als Croupier Emil ebenfalls in „Casablanca“ dabei, vor den Nazis aus Frankreich in die USA fliehen.

Lebeau stand auch für den italienischen Regisseur Federico Fellini in „Achteinhalb“ (1963) vor der Kamera und verkörperte ein Jahr später im Italo-Western „Schnelle Colts für Jeannie Lee“ die Titelrolle.

dpa

stol