Mittwoch, 25. April 2018

Lola-Gala in Berlin: Romy-Schneider-Film ist großer Favorit

Die verzweifelte Romy Schneider und die Witwe eines NSU-Opfers. Der Kriegsverbrecher Willi Herold und eine ganze DDR-Schulklasse. Die Favoriten beim 68. Deutschen Filmpreis holen deutsche Vergangenheit und Gegenwart auf die Kinoleinwand.

Marie Bäumler hat sehr gute Chancen, als Lola-Gewinner nach Hause zu gehen.
Marie Bäumler hat sehr gute Chancen, als Lola-Gewinner nach Hause zu gehen. - Foto: © APA/AFP

Mit gleich 10 Nominierungen ist das Drama „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer in der Rolle der Romy Schneider der große Favorit.

Chancen auf die begehrte Lola haben am Freitagabend in Berlin aber auch Fatih Akins mit dem Golden Globe ausgezeichneter NSU-Film „Aus dem Nichts“ und das DDR-Drama „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume.

Ebenfalls für den Hauptpreis nominiert: Die Liebesgeschichte „In den Gängen“ von Thomas Stuber, das auf Tatsachen beruhende Kriegsverbrecherdrama „Der Hauptmann“ von Robert Schwentke und das Bauarbeiter-Epos „Western“ von Valeska Grisebach.

Lola als deutscher Oscar

Die Lola gilt in der Filmbranche quasi als deutscher Oscar. Anders als das undotierte amerikanische Vorbild sind die Lola-Trophäen jedoch mit stattlichen Preisgeldern von insgesamt knapp 3 Millionen Euro dotiert.

Über die Lola-Gewinner entscheiden die rund 1900 Mitglieder der Deutschen Filmakademie. Das Erste strahlt die von Schauspieler Edin Hasanovic („Brüder“, „Nur Gott kann mich richten“) moderierte Gala aus dem Berliner Palais am Funkturm ab 22 Uhr aus.

Favoritenfilm verzeichnet große Beliebtheit bei Kinobesuchern 

Der Favoritenfilm „3 Tage in Quiberon“ erzählt auf der Grundlage des berühmten „Stern“-Interviews von 1981 mit der späten Romy Schneider von einer Leinwandlegende, die nach frühem Ruhm am Leben zerbricht. Das bei der Berlinale gefeierte, am Ende aber leer ausgegangene Schwarz-Weiß-Werk von Regisseurin Emily Atef wurde bei der Lola nicht nur in der Königskategorie Bester Spielfilm nominiert.

Hauptdarstellerin Marie Bäumer geht als beste Schauspielerin ins Rennen. Ihre Mitspieler, Birgit Minichmayr, Robert Gwisdek und Charly Hübner haben Chancen auf die Nebendarsteller-Lola. Seit seinem Kinostart am 12. April haben den Romy-Film laut PR-Agentur rund 71.500 Kinogänger gesehen.

„Fack ju Göhte 3“ ist der best-besuchte deutsche Film 

Das nimmt sich noch recht bescheiden aus neben einem bereits feststehenden Lola-Gewinner: Die undotierte Lola für den „besucherstärksten deutschen Film des Jahres“ geht an Autor und Regisseur Bora Dagtekin für die Komödie „Fack ju Göhte 3“ mit mehr als 6 Millionen Besuchern.

Ebenfalls bereits bekannt ist der Ehrenpreisträger. Der 78-jährige Regisseur, Schauspieler und Autor Hark Bohm („Nordsee ist Mordsee“) wird für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.

apa/dpa

stol