Seit der Gründung der Europäischen Filmakademie (EFA) im Jahr 1988 habe sich sehr viel getan, betonte Wenders, Präsident der EFA, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa und anderen Medien in Valletta auf Malta, wo der Europäische Filmpreis am Abend zum 25. Mal verliehen wurde.„Damals lag der europäische Film am Boden und Europa war geteilt.“ In einigen Ländern habe es kaum noch Filmproduktionen gegeben. Inzwischen habe sich auf dem ganzen Kontinent eine blühende Filmindustrie entwickelt. „Die europäische Flamme lodert wieder“, sagte der 67-Jährige.Angesichts der Finanzkrise müsse sich Europa allerdings wieder auf seine Kulturen besinnen, meinte Wenders („Pina“, „Buena Vista Social Club“). „Das künftige Europa wird ein Europa der Kulturen sein, und der Film ist ein Teil der Kultur.“ Bei der Produktion komme es nicht auf das Geld an. „Das Budget kreiert nicht das große Kino, entscheidend sind die Ideen.“Der Europäische Filmpreis hat laut Wenders andere Stärken als der Oscar. „Der Oscar spiegelt den Marktplatz Hollywood und dieses riesige Land USA“, sagte der Regisseur. „Der Europäische Filmpreis spiegelt hingegen den Kinomarkt in zig europäischen Ländern, ohne eine gemeinsame Vermarktung.“ Damit gebe es beim Europäischen Filmpreis eine große Vielfalt. „Hier kommen Regisseure, von denen man vorher noch nie gehört hat, das würde in Hollywood nie passieren.“dpa