Freitag, 26. Mai 2017

Russischer Kultregisseur weist Vorwurf der Veruntreuung zurück

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow hat die Untreuevorwürfe gegen eines seiner Kunstprojekte als „monströse Ungerechtigkeit“ kritisiert.

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow weißt die Untreuevorwürfe zurück.
Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow weißt die Untreuevorwürfe zurück. - Foto: © shutterstock

In seiner ersten Äußerung auf die stundenlange Vernehmung durch die Justiz bedankte er sich für die große öffentliche Unterstützung. „Manchmal geschehen im Leben Dinge, auf die man nicht vorbereitet ist und auch nicht vorbereitet sein kann – genau das ist mir und meinen Kollegen passiert“, schrieb Serebrennikow am Freitag auf Facebook.

Am Dienstag hatten maskierte Kräfte des Inlandsgeheimdienstes FSB und der Polizei seine Wohnung und sein Theater in Moskau durchsucht. Sie suchten nach Beweisen für die angebliche Zweckentfremdung von 200 Millionen Rubel (3,1 Millionen Euro) öffentlicher Gelder bei einem mehrjährigen Projekt. Serebrennikow gilt in dem Verfahren als Zeuge, er kam wieder frei. Zwei Ex-Mitarbeiter wurden festgenommen, ein Richter soll am Samstag über einen Haftbefehl entscheiden.

Kritische russische Medien deuteten das Vorgehen der Staatsmacht als Druck auf den international renommierten, aber unbequemen Künstler. Andere Moskauer Theatermacher solidarisierten sich mit Serebrennikow. Sie trugen den Fall Präsident Wladimir Putin vor, der die Ermittler angeblich als „Idioten“ bezeichnete.

dpa

stol