Montag, 20. Januar 2020

SAG-Awards: Thriller „Parasite“ großer Abräumer

Der südkoreanische Thriller „Parasite“, Gewinner der Goldenen Palme in Cannes, war der Abräumer bei den am Sonntag in Los Angeles vergebenen Screen Actors Guild (SAG) Awards. Der Film von Bong Joon Ho gewann als erster fremdsprachiger Film in der 26-jährigen Geschichte der Auszeichnung den Ensemblepreis und schlug damit die Hollywood-Stars rund um Martin Scorsese und Quentin Tarantino.

Brad Pitt erhielt einen Award für seine Nebenrolle in „Once Upon a Time in Hollywood“.
Brad Pitt erhielt einen Award für seine Nebenrolle in „Once Upon a Time in Hollywood“. - Foto: © APA/afp / ROBYN BECK

Bong Joon Ho hob in einem Backstage-Interview hervor, dass die SAG Awards durch Schauspieler-Kollegen vergeben würden. Diese Anerkennung wiege daher besonders schwer. „Aber niemand kann vorhersagen, was bei den Oscars am 9. Februar passieren wird.“ „Parasite“ geht mit 6 Nominierungen in die Oscar-Nacht. Ihre Favoritenrollen bei den Hauptdarsteller-Oscars unterstrichen Joaquin Phoenix („Joker“) und Renee Zellweger („Judy“), die die SAG-Hauptdarstellerpreise gewannen. Brad Pitt wurde für seine Nebenrolle in „Once Upon a Time in Hollywood“ ausgezeichnet.



Über seine Rolle als Stuntman Cliff Booth in Tarantinos Blockbuster sagte er: „Seien wir ehrlich, es war ein schwieriger Part. Ein Typ, der high wird, sein Hemd auszieht und sich nicht mit seiner Frau versteht – das war eine große Überforderung“. Im Publikum applaudierte auch seine Ex-Frau Jennifer Aniston. Sie erhielt einen Preis für die beste weibliche Hauptrolle in der Apple-TV-Plus-Serie „The Morning Show“. Beste Nebendarstellerin wurde Laura Dern („Marriage Story“).

Robert De Niro, Hauptdarsteller im Netflix-Gangsterfilm „The Irishman“ wurde mit einem Lebenswerk-Preis ausgezeichnet und nutzte seine Rede beim SAG-Dinner, um seine Sorgen über die politische Entwicklungen in seinem Land zu äußern: „Ich kann mir vorstellen, dass einige von euch jetzt sagen, 'schon gut, schon gut, lassen wir die Politik mal raus', aber wir sind in so einer üblen Lage, die für mich und viele andere so besorgniserregend ist, dass ich etwas sagen muss.“ Er sprach weiter davon, dass seiner Meinung nach politische Führer, die Gewerkschaften unterstützen, auch eher für ein gerechtes System eintreten würden. „The Irishman“ allerdings erzählt von den Verbindungen zwischen Mafia, Gewerkschaften und Politik in den USA in den 60er-Jahren.

apa/reuters/dpa

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