Im Spannungsfeld des Friedensvertrages von St. Germain am 10. September 1919 und der Annexionsfeierlichkeiten, der Abtrennung Südtirols und Trients von Österreich am 20. Oktober 1920, wurden historische neue Grenzlinien geschaffen, die bis heute in der europäischen Geschichtsschreibung Spuren hinterlassen haben. 90 Jahre sind seither vergangen:Zahlreiche Erinnerungen von… Von einer österreichischen Minderheit in Italien und der Südtiroler Erfolgsgeschichte spricht Luis Durnwalder, von 400.000 Schilling, die er gemeinsam mit seiner damaligen Verlobten über den Brenner geschmuggelt hat, um seinen Onkel zu verteidigen, erzählt Andreas Khol, die genauen Baupläne der Bombennacht zeigen Herlinde und Klaudius Molling, Josef Fontana erinnert sich an die Spannungen zwischen Süd- und Nordtiroler Freiheitskämpfern, Inge Lehne war im engen Kontakt mit Bruno Kreisky, Helmut Kritzinger organisierte Petitionsbriefe für die UNO und musste danach ins Exil, wo ihm seine politische Karriere bis in die höchsten politische Ämter Österreichs brachte, Peter Jankowitsch kann sich noch an die Aussagen der italienischer Politiker erinnern, dass in der ganzen Welt Gefangene gefoltert werden – zumindest in den 60er Jahren. Zahlreiche Zeitzeugen, Frauen und Männer, erzählen ihre Geschichte Südtirols, die gleichzeitig auch eine der wesentlichen historischen Entwicklungen der österreichischen Außenpolitik ist.Historisches Film- und Bildmaterial Verbunden werden die Erzählungen durch historisches Film- und Bildmaterial, welches europaweit in Archiven gesucht und auch gefunden wurde. Bildmaterial, welches bis jetzt selten bis nie zu sehen war.Kommentiert wird die historische Entwicklung vom Prof. Michael Gehler, der die wissenschaftliche Begleitung des Projektes übernommen hat.100 Jahre Geschichte Südtirols und Österreichs: beginnend mit den „Fatti di Innsbruck“: ein von der versuchten Gründung einer italienischsprachigen Rechtsfakultät ausgehender Pogrom gegen die in Innsbruck lebenden Welschtiroler wird zur Bruchlinie im Kronland Tirol. Welschtiroler und Deutschtiroler streben in verschiedene Richtungen und werden in den Strudel der welthistorischen Ereignisse gezogen: der Erste Weltkrieg und die neuen Grenzziehungen nach dem Ende der Donaumonarchie markieren die Trennlinien im ehemaligen Kronland. Südtirol wird zu Alto Adige und der Faschismus wirft seine dunklen Schatten über das Land. Aus Tirolern sollen Italiener werden. Nichts bleibt wie es war, die Südtiroler werden zu Fremden im eigenen Land und sollen schließlich – ausgelöst durch die Option 1939 - das eigene Land verlassen.Nach 1945Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt erneut der Kampf um politische Emanzipation und Autonomie. Sigmundskron, die Bombenjahre, Kreiskys Gang vor die UNO und dann das Autonomiestatut und die Streitbeilegung markieren die wichtigsten Punkte der politischen Entwicklung.Südtirol steht im Blickpunkt und im Spannungsfeld der Welt und die Südtiroler Politik wird bestimmt vom Verhältnis zwischen Bozen-Innsbruck-Wien und Rom. Zur Lösung des Konfliktes um Südtirol bedurfte es vieler politischer Köpfe, die den Weg für Südtirol bestimmten und selbst in heiklen Situationen Auswege fanden.Beim genauen Hinsehen und Hören der Gespräche mit den Zeitzeugen zeigt sich, dass es nicht nur eine Geschichte und nicht nur einen Blickwinkel auf die Geschehnisse gibt. Vielmehr gibt es eine Vielzahl an Menschen, die ihres dazu beigetragen haben, dass Südtirol zu einer prosperierenden Region Europas geworden ist und das Kronland Tirol sich heute in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino wiederfindet.Anmeldungen zur Film-Premiere Das Südtiroler Kulturinstitut lädt am 24. Juni zur Filmpremiere. Eine Anmeldung wird unter der Telefonnummer 0471/313800 erbeten.