Freitag, 11. August 2017

„Toilette: Eine Liebesgeschichte“ - Bollywood widmet sich WC-Mangel

Mit der Verfilmung einer realen, aber ungewöhnlichen Liebesgeschichte macht ein indischer Film seit Freitag auf ein drängendes Problem im Land aufmerksam: den großen Mangel an Toiletten.

Der Film widmet sich einem ernsten Thema. - Foto: Twitter/Toilet-Ek Prem Katha
Der Film widmet sich einem ernsten Thema. - Foto: Twitter/Toilet-Ek Prem Katha

„Toilet: Ek Prem Katha“ (Toilette: Eine Liebesgeschichte) erzählt die wahre Geschichte eines Mannes, der für mehr Toiletten in seinem Dorf kämpft, nachdem ihn seine Frau wegen des fehlenden WCs verlassen hatte.

Die beiden Drehbuchschreiber Siddarth Singh und Garima Wahal sind sich sicher, mit ihrem Film, in dem Superstar Akshay Kumar die Hauptrolle spielt, einen Nerv getroffen zu haben. „Die Geschichte spielt in Madhya Pradesh – einem der ländlichsten Bundesstaaten von Indien -, und wir dachten, das schon allein ist eine starke Aussage“, sagte Singh.

600 Millionen Inder ohne Toilette

Die rund 600 Millionen Inder, die bis heute keine Toilette haben, leben vorwiegend in ländlichen Gebieten. Das Fehlen der sanitären Einrichtungen sorgt bei rund 200.000 Kindern pro Jahr für Infektionen. Frauen sehen sich immer wieder sexueller Gewalt ausgesetzt, wenn sie sich etwa nachts auf freiem Feld entblößen müssen.

Bei ihren Recherchen für den Film seien sie auf zahlreiche Geschichten von sexuellen Übergriffen gestoßen, berichteten Singh und Wahal. Sie hofften nun, ihr Film werde „konkrete Folgen“ haben.

In dem Dorf, von dem die Geschichte handelt, verfügen Medienberichten zufolge inzwischen rund zwei Drittel der Häuser über Toiletten. Premierminister Narendra Modi hatte den Bau von WCs zu einem der wichtigsten Ziele seiner Regierung erklärt.

apa/afp

stol