Dienstag, 27. Januar 2015

„Tote lügen nicht“

Zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts zeigt der Filmclub in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bozen am 27. Jänner um 20 Uhr den Dokumentarfilm: „Tote lu¨gen nicht“.

Die Dokumentation der beiden Tiroler Filmemacher Heinz Fechner und Bertram Wolf zeigt eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte, in dem psychisch kranke Menschen vergast, vergiftet und gestorben worden sind.

2011. Ein Parkplatz am Areal des Psychiatrischen Krankenhauses in Hall. Ein zufa¨llig aufgetauchtes kleines Buch mit 220 registrierten Toten aus den Jahren 1942 bis 1945. Und plo¨tzlich wird eine Geschichte lebendig, die 70 Jahre lang verdra¨ngt wurde. Der Mord an psychisch kranken und behinderten Menschen im Dritten Reich.

TOTE LU¨GEN NICHT dokumentiert die fast 4-ja¨hrige Spurensuche nach dem Zufallsfund von 2011 und ihre schockierenden Ergebnisse. Nachdem in den Familien der Opfer aus Angst und Scham jahrzehntelang geschwiegen wurde, erza¨hlen nun So¨hne und To¨chter, Enkel und Nichten u¨ber das Schicksal ihrer Angeho¨rigen:

Welche Vorahnung die Mutter hatte, bevor sie abtransportiert wurde.

Wie der Abschied vom Vater an der Pforte in Hall noch heute schmerzt.

Welches Entsetzen und welche Erschu¨tterung sie empfanden, an dem Ort zu stehen, wo die Großmutter vergast wurde.

Welche Lu¨gen die Nazis verbreiteten, um die Spuren zu verwischen und alle in die Irre zu  fu¨hren.

Und warum fast alle glauben, dass dieses Denken auch heute, in einer anderen Form wieder Wirklichkeit werden ko¨nnte.

Die Dokumentation zeigt am Beispiel Hall in Tirol, wie der Massenmord im Deutschen Reich stets nach demselben, grauenerregenden Muster ablief. Eine To¨tungsindustrie, streng bu¨rokratisch und arbeitsteilig organisiert, fla¨chendeckend u¨ber das gesamte Deutsche Reich verteilt. Innerhalb von 2 Jahren wurden u¨ber 70.000 Menschen vergast, bevor die Nazis die To¨tungsmethode umstellten. In Folge verabreichten sie den Patienten eine U¨berdosis an Medikamenten oder ließen sie an Hunger und Verwahrlosung elend zugrunde gehen.

Der Film läuft weiter vom 29. Jänner bis 4. Februar, jeweils um 18.15 Uhr.

 

stol