Dienstag, 30. April 2019

Trauer um John Singleton

Mit 24 Jahren schrieb John Singleton Oscar- Geschichte. Er war der erste Afroamerikaner und zugleich der jüngste Regisseur, der für einen Regie-Oscar nominiert wurde. Das war ihm 1992 mit seinem Debütfilm „Boyz N The Hood“ gelungen. Nun trauert Hollywood um den schwarzen Wegbereiter.

John Singleton war der erste Afroamerikaner und zugleich der jüngste Regisseur, der für einen Regie-Oscar nominiert wurde.
John Singleton war der erste Afroamerikaner und zugleich der jüngste Regisseur, der für einen Regie-Oscar nominiert wurde. - Foto: © APA/AFP

Singleton starb am Montag, knapp 2 Wochen nach einem schweren Schlaganfall. Er wurde 51 Jahre alt.

Der Regisseur und Produzent („2 Fast 2 Furious“, „Atemlos“) sei im Kreise von Angehörigen und Freunden friedlich entschlafen, teilte seine Sprecherin Shannon Barr am Montagnachmittag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mit. Der siebenfache Vater wurde in einem Krankenhaus in Los Angeles behandelt. Wenige Stunden zuvor hatten sich die Angehörigen entschlossen, lebenserhaltende Maßnahmen zu stoppen.

„Ruhe in Frieden mein Freund“, schrieb Oscar-Preisträgerin Halle Berry auf Twitter. Sie könne es nicht fassen, dass Singleton gestorben sei, erklärte die Schauspielerin.

Regina King, die in diesem Jahr für das Drama „If Beale Street Could Talk“ den Oscar als beste Nebendarstellerin holte, würdigte Singleton als einen „der Größten“. „Dein Geist wird ewig leuchten“, schrieb die Schauspielerin auf Instagram.

„Get Out“-Regisseur Jordan Peele würdigte seinen Kollegen als „mutigen Künstler“ und als „wahre Inspiration“. „Seine Vision hat alles verändert“, schrieb Peele auf Twitter. „Er hat vielen jungen Filmemachern den Weg bereitet“, schrieb Hollywood-Star Samuel L. Jackson in einem Tweet. Gruselmeister John Carpenter („Halloween“) lobte ihn als talentierten Regisseur und gütigen Mensch, der viel zu jung gestorben sei.

Singleton war der erste Afroamerikaner und zugleich der jüngste Regisseur, der in der Sparte „Beste Regie“ nominiert wurde. Seine Konkurrenten waren die Hollywood-Größen Barry Levinson („Bugsy“), Oliver Stone („JFK“), Ridley Scott („Thelma und Louise“) und Jonathan Demme, der für „Das Schweigen der Lämmer“) am Ende die Trophäe gewann.

Rekord als jüngster nominierter Regisseur

Singleton hält bis heute den Rekord als jüngster nominierter Regisseur, gefolgt von Orson Welles, der 1942 mit 26 Jahren für „Citizen Kane“ aufgestellt wurde. Als jüngster Gewinner holte Damien Chazelle („La La Land“) 2017 mit 32 Jahren den Regie-Oscar.

dpa

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stol