Mittwoch, 17. April 2019

„Unplanned“: Anti-Abtreibungsfilm entzweit die USA

„Unplanned“ ist ein Film über ungeplante Schwangerschaften und die Arbeit in einer Abtreibungsklinik. Er beruht auf einer wahren Geschichte, heißt es im Film, der in den USA eine hitzige Debatte ausgelöst hat. Eigentlich ein Stoff, den auch Teenager sehen sollten - dank der strengen R-Altersfreigabe ist er jedoch für Jugendliche unter 17 Jahren nur in Begleitung Erwachsener zugelassen.

Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. - Foto: Screenshot/YouTube
Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. - Foto: Screenshot/YouTube

Die Begründung für den strikten R-Stempel sind „einige verstörende, blutige Bilder“. Tatsächlich zeigt „Unplanned“, wie Frauen heftig bluten und Föten abgesaugt werden. Die Filmemacher beziehen als Abtreibungsgegner mit Schockeffekten ganz klar Stellung. In den sozialen Medien geraten Verfechter und Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen aneinander, das Gerangel um den Film kam auch bei einer Senatsanhörung in Washington zu Wort.

Erzählt wird die Geschichte der Texanerin Abby Johnson, die 8 Jahre lang in einer Klinik der Gesundheitsorganisation Planned Parenthood arbeitete, wo Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden. Johnson hatte selbst 2 Mal abgetrieben und war eine Pro-Choice-Verfechterin, bis sie 2009 einen Eingriff auf Ultraschall verfolgte, der sie traumatisierte.

Der Trailer ist erst auf Englisch zu sehen.

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Sie kündigte und schloss sich als Aktivistin der Lebensrechtsbewegung an. Nach den Memoiren der heute 38-Jährigen haben die Regisseure und christlichen Pro-Life-Verfechter Cary Solomon und Chuck Konzelman „Unplanned“ gedreht.

Seit dem US-Kinostart Ende März hat der mit völlig unbekannten Schauspielern billig produzierte Film schon mehr als 15 Millionen Dollar eingespielt. Solche „faith based“ Produktionen mit religiösen Botschaften haben in den USA vor allem unter strenggläubigen Evangelikalen großen Zuspruch.

US-Präsident Donald Trump und sein Vizepräsident Mike Pence, ein überzeugter Abtreibungsgegner, lobten den Film. Den meisten Republikanern ist die seit 1973 legalisierte Wahlfreiheit für Frauen, eine Schwangerschaft abzubrechen, ohnehin ein Dorn im Auge. Um den Film ist nun eine Debatte um angebliche Zensur und die Beschneidung konservativer Inhalte durch das liberale Hollywood entbrannt. Das Team von „Unplanned“ lamentiert, dass die meisten Fernsehkanäle in den USA sich weigerten, Werbung für den Film zu schalten.
apa

stol