Donnerstag, 13. Februar 2020

Vom Videospiel ins Kino: „Sonic The Hedgehog“ kämpft gegen Jim Carrey

Die bekannte Videospielfigur Sonic the Hedgehog flitzt ab dem heutigen Donnerstag auch über die Kinoleinwand. Zuvor hatte es heftige Fan-Proteste gegeben.

Im Film macht Jim Carrey in der Rolle des boshaften Wissenschaftlers Dr. Robotnik Jagd auf den blauen Igel Sonic.
Im Film macht Jim Carrey in der Rolle des boshaften Wissenschaftlers Dr. Robotnik Jagd auf den blauen Igel Sonic. - Foto: © APA/afp / ROBYN BECK
Videospielklassiker ins Kino zu bringen, ist immer ein Wagnis. Werden die Fans die Umsetzung ihres interaktiven Lieblings akzeptieren? Wie reagieren normale Kinogänger? Und gibt es überhaupt eine Geschichte, die einen Film trägt?

„Sonic The Hedgehog“, der blaue Igel, stürmt nun ab dem heutigen Donnerstag in die Kinosäle. Nach stotterndem Start wegen zahlreicher Fanproteste hat das Ergebnis ordentlich Schwung.



Für die Story setzt Regisseur Jeff Fowler („Wo die wilden Kerle wohnen“) mit seinen beiden Drehbuchautoren Pat Casey und Josh Miller auf ein bewährtes Rezept: Er geht ganz an den Anfang der Geschichte von Sonic.

Der außerirdische Igel musste demnach im Alter von 5 Jahren auf der Flucht vor Bösewichten seinen Heimatplaneten verlassen und auf der Erde Zuflucht suchen. Hier hat er 10 Jahre praktisch unentdeckt gelebt, doch jetzt quält den Teenie die Einsamkeit.

Damit beginnt das große Sonic-Abenteuer, das den Alien-Igel im Videospiel bereits seit 29 Jahren durch ungezählte Level hüpfen und rennen lässt.

Sonic ist nicht nur unglaublich schnell, er kann beispielsweise auch Blitze erzeugen – und löst damit einen großflächigen Stromausfall aus. Die US-Regierung tritt auf den Plan und mit ihr der genial-verrückt-boshafte Dr. Robotnik, der von Jim Carrey verkörpert wird.

Wie in so vielen Videospielen macht der nun Jagd auf den Igel. Sonic wendet sich in seiner Not an den gutmütigen Kleinstadt-Polizisten Tom (James Marsden), und zusammen kämpfen sie gegen den technisch hochgerüsteten Erfinder.

Ein rasanter Actionfilm nimmt seinen Lauf, der Volksschulkindern ebenso viel Spaß machen dürfte wie älteren Sonic-Fans. Witzige Dialoge, schöne Zeitlupen-Ideen (und die liebevolle Animation des Titelhelden machen den Film sehenswert. Letzteres scheint nicht zuletzt den Fans zu verdanken.

Scharfe Kritik an ersten Filmausschnitten

Als im März 2019 die ersten Filmausschnitte veröffentlicht wurden, hagelte es Proteste von Seiten der Fans. Sonic sei zu dünn, zu strubbelig, zu tierisch – zu wenig Comic-Charakter, fast zu real, lautete die Kritik.

Die Filmemacher reagierten und überarbeiteten den Film – jetzt sieht Sonic seinem Videospiel-Alter-Ego viel ähnlicher: Große Comic-Augen, glatteres Fell, insgesamt dynamischer und freundlicher.

Sicherlich auch wichtig für den Erfolg bei jungen Fans: Sonic wird in der deutschen Fassung von Youtube-Star Julien Bam gesprochen, dessen Hauptkanal mehr als 5,7 Millionen Abonnenten hat.


apa/dpa