Mittwoch, 08. Juli 2015

Vox zeigt „Amanda Knox – Der Engel mit den Eisaugen“

Eine US-Studentin wird in Italien brutal ermordet, die Tat aber nie aufgeklärt. Die Hauptverdächtigen Amanda Knox und ihr Freund werden zunächst verurteilt, dann freigesprochen. Klarer Fall: Filmstoff. MIT TRAILER!

Amanda Knox - Archivbild
Amanda Knox - Archivbild - Foto: © LaPresse

Dieser Kriminalfall erzeugte über Jahre Gesprächsstoff und weltweit Schlagzeilen. Und auch nachdem die Prozessakten geschlossen wurden, bleibt er ungeklärt: Der Mord an der Studentin Meredith Kercher im italienischen Perugia im Herbst 2007. Die Hauptverdächtigen waren lange Merediths Mitbewohnerin Amanda Knox und ihr italienischer Freund und Partner Raffaele Sollecito.

Ihre Rollen interessierten Medien und Filmemacher gleichermaßen: Kürzlich erst kam der Kinofilm „Augen des Engels“ des britischen Autorenfilmers Michael Winterbottom in die Lichtspielhäuser. Bereits vor vier Jahren lief im US-TV ein Fernsehdrama, das gerade zu dem Zeitpunkt als sehr umstritten galt, zumal der Schuldspruch für Amanda und Raffaele gerade erst aufgehoben worden war.

Der TV-Film trägt als Titel genau das Prädikat, das Jahre lang eng mit dem Erscheinungsbild der Hauptverdächtigen verknüpft war: „Amanda Knox – Der Engel mit den Eisaugen“ – Vox zeigt an diesem Samstag (20.15 Uhr) als deutsche Erstausstrahlung das 80 Minuten lange Stück, das Amanda und Raffaele in den Mittelpunkt rückt und mit dem Schuldspruch für beide endet. Im neuen Abspann erklärt Vox dann, das der Schuldspruch schließlich aufgehoben wurde und der neu aufgerollte Prozess im März 2015 mit einem Freispruch endete.

Ebenso weist Vox darauf hin, dass „einige Emotionen und Aussagen der Charaktere fiktional“ seien, obwohl der Film auf dem wahren Ereignis beruhe: Amanda Knox, im Film dargestellt von Hayden Panettiere, verlässt 2007 ihre Heimatstadt Seattle, um zehn Monate in der italienischen Stadt Perugia ein Auslandssemester zu absolvieren.

Familien der Beschuldigten und des Opfers wollten Ausstrahlung verhindern

Sie zieht in eine WG mit drei anderen Frauen. Auf einem Klassikkonzert lernt sie den Informatikstudenten Raffaele kennen und lieben. Amanda genießt das Leben. Doch dann verändert sich auf einen Schlag alles.

Mit 40 Stichen ermordet und halbnackt wird Meredith Kercher in ihrem Zimmer aufgefunden. Schnell ist klar: Der Mörder hat einen Überfall vorgetäuscht, um einen kaltblütigen Mord zu verschleiern. Die Polizei versucht zu ergründen, ob die junge Frau ihren Mörder kannte und was die Motive gewesen sein mögen. Schließlich konzentrieren sich die Ermittler auf Amanda und Raffaele, die dann zu 26 sowie 25 Jahren Gefängnis verurteilt werden.

In den USA, wo der Sender Lifetime den Film zeigte, galt das Werk als heikel, weil Amanda Knox' Angehörige beklagten, die Ausstrahlung könne die während der Berufungsverhandlung zugrunde gelegte Unschuldsvermutung gefährden. Die Anwälte drohten mit Klage. Die Macher des Films argumentierten, die Handlung orientiere sich an den Fakten. Auch die Eltern des Opfers reagierten ungehalten, doch auch sie konnten letztlich die Ausstrahlung nicht verhindern.

dpa

stol