Wer letzthin den 1982er-Film „Der Bomber“ im deutschen Fernsehen gesehen hat oder bei „YouTube“ reinklickt, den haut's um wie einst die Gegner von Bud Spencer beim „Watschentanz“. Denn im Hintergrund zu dieser flotten Kneipenkeilerei mit Südtiroler Schuhplattlern jodelt Maria Sulzer.<BR /><BR /><BR /><i>Von Johannes Vötter</i><BR /><BR />„Sie werden es nicht glauben, aber Sie sind nicht der Erste, der mich jetzt darauf anspricht. Das passiert tatsächlich fast immer, wenn der Film irgendwo im Fernsehen läuft!“ – Mit einem frohen Lachen und verschmitzt im Unterton ist das die Antwort von Maria Sulzer auf die Frage, ob ihre jodlerische „Jugendsünde“ mal wieder für etwas Aufsehen gesorgt hat. <BR /><BR />Heute kennt und schätzt sie das Land als Mundartdichterin und bodenständige Musikerin, doch Corona-bedingt ist auch sie derzeit im Stillstand. „Ich plane eigentlich einen Jodelkurs, aber die aktuellen Entwicklungen lassen nichts Gutes ahnen“, sagt die Lananerin doch etwas wehmütig. <BR /><BR /><b>Durch Zufall in den Film</b><BR /><BR />Umso mehr Freude bereitet ihr die zufällige Erinnerung an den März 1982, Sulzer holt dafür extra ein Fotoalbum raus: „Ich habe alle Artikel und Fotos aufbehalten. Denn das war eine tolle Geschichte. Wir waren in einem fürstlichen Hotel untergebracht und drehten eine Woche lang mit Bud Spencer in Cinecittà. Tag für Tag diese Schlägerei zum Watschinger-Tanz aus immer neuen Perspektiven. Genau dieser Tanz hatte nämlich Bud Spencers Manager so gut gefallen, als er uns zufällig mal bei einer Veranstaltung im Rotary-Club von Rom gesehen hatte.“<BR /><BR />„Wir“ waren in diesem Fall übrigens die Schuhplattler aus Leifers, die dann auch eine gehörige Tracht Prügel von niemand Geringerem als Bud Spencer (alias Carlo Pedersoli, 1929–2016) bekamen, wie Sulzer erzählt: „Bud Spencer ist ja vor ein paar Jahren gestorben, und auch von den Schuhplattlern leben leider nicht mehr alle. Ich hingegen war damals mit meinen knapp 28 Jahren noch das Küken in der Truppe und hatte vor der Kamera eine richtige Hetz. Und als der Film dann auch im Kino ein großer Erfolg wurde, waren wir natürlich doppelt stolz.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-47678330_quote" /><BR /><BR /><BR />Wobei Maria Sulzer bei allem Spaß noch etwas ganz anderes in Erinnerung geblieben ist: „Der Bud Spencer war schon ein Berg von einem Mann und damals ein großer Star. Aber abseits der Kamera wirkte er zurückhaltend und sehr sensibel. Am Ende der Dreharbeiten waren wir alle gemeinsam bei einem Abendessen, und dabei ist das obige Bild entstanden. Ein Selfie, würde man heute sagen. Damals war das keine Selbstverständlichkeit – bis heute halte ich es in Ehren.“<BR /><BR />Im Jahr 1982 einer der meistgesehenen italienischen Filme, zählt „Der Bomber“ zu den beliebtesten Bud-Spencer-Filmen. Der Plot ist stark an „Rocky“ angelehnt, geht es doch um den Ex-Profiboxer Bud, der einst um den Erfolg betrogen wurde ... <BR /><BR />Die Rolle des Sprücheklopfers hat dabei Jerry Calà inne, während Bud die Fäuste sprechen lässt. Highlight ist übrigens jene Keilerei, die mit dem Watschentanz der Leiferer startet. Auch für Carlo Pedersoli (alias Bud Spencer) eine Mega-Gaudi, war er doch selbst ein versierter Musiker (u.a. Saxofon). Zudem kannte er Südtirol gut, er hatte sich unter anderem als junger Schwimmer 1956 in Bozen auf die Olympischen Spiele vorbereitet.<BR />