Mittwoch, 04. Oktober 2017

Klöster und Stifte: Sind sie heute noch Orte mit besonderer Strahlkraft?

Früher waren Klöster nicht nur Orte geistlichen Lebens, sondern auch Zentren des Handwerks und der Landwirtschaft. Kultur und Kunst wurden fast ausschließlich in Klöstern gepflegt (Klosterschulen). Doch was ist heute? Das jährliche Symposion der Brixner Initiative Musik und Kirche geht der früheren Bedeutung der Klöster und Stifte und den aktuellen Herausforderungen nach, denen sie sich zu stellen haben.

Diesem Thema ist das heurige Symposion mit Konzerten im Kloster Neustift von 6. bis 8. Oktober gewidmet. - Foto: Brixner Initiative Musik und Kirche
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Diesem Thema ist das heurige Symposion mit Konzerten im Kloster Neustift von 6. bis 8. Oktober gewidmet. - Foto: Brixner Initiative Musik und Kirche

Durch die abnehmende Bedeutung des Christentums ist der Nachwuchs der Klöster Westeuropas stark gesunken. Aber sie gewinnen an Anziehungskraft zurück. Ihre Atmosphäre gibt vielen Menschen, die Vertiefung und Entschleunigung suchen, Sinn, Geborgenheit und Stabilität. Aufenthalte im Kloster mit kulturellen Aktivitäten und Weiterbildung machen die Klöster und Stifte wieder attraktiv. 

Klöster früher und heute

Die Referenten des Symposions in Neustift beschäftigen sich mit den Herausforderungen und Problemen, mit den Anpassungen und Erneuerungen von heute.

Hanna-Barbara GerlFalkovitz spricht über „Orte des Heiligen“, Abt Jeremias Schröder über „Klöster zwischen Autonomie und solidarischer Vernetzung“, Franz Gratl vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum über „Tiroler Stifte als kulturelle Brennpunkte einst und jetzt“ und Prior Maximilian Schiefermüller schaut mit der Thematik „Klöster als der Gegenwart verpflichtete geistige Zentren“ auch in die Zukunft.
Ursula Stampfer zeigt in einer Führung durch die Stiftsbibliothek Neustift verborgene Schätze. 

Der musikalische Teil des Symposions konzentriert sich auf Werke aus den Archiven Tiroler Stifte. Die Choralschola der Wiener Hofburgkapelle singt Choralgesänge aus den Handschriften des Klosters Neustift. Venezianische Klangpracht in Tirol mit Werken aus dem Kloster Marienberg entfaltet sich in der Stiftskirche, es musiziert die Capella Claudiana unter Marian Polin. Werke von Johann Zach aus dem Stift Stams mit dem Vokalensemble NovoCanto und den Barocksolisten München unter Dorothea Seel erklingen am Samstagabend.

Den abschließenden Gottesdienst feiert Abt Eduard Fischnaller vom Kloster Neustift, die musikalische Gestaltung übernimmt der Stiftschor Neustift unter Rudi Chizzali.

Programm

Freitag, 6. Oktober - 17.30 Uhr Augustinisaal Eröffnung -  20.00 Uhr Margarethenkirche: Choralgesänge aus Neustift 
Samstag, 7. Oktober -  9.00-12.00 Uhr Referate  -  14.30 Uhr Führung durch die Stiftsbibliothek -  16.00 Uhr Stiftskirche: Venezianische Klangpracht in Tirol -  20.00 Uhr Stiftskirche: Werke aus dem Stift Stams 
Sonntag, 8. Oktober -  10.00 Uhr Stiftskirche: Gottesdienst mit Abt Eduard Fischnaller 

stol

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