<b>Von Hildegard Kröss</b><BR /><BR />„Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber man kann sie wieder aufbauen, und genau das haben wir hier getan. Die Gemeinde hat den mittelalterlichen Wohnturm instand gesetzt und ihn für die Bevölkerung geöffnet“, sagte Kulturreferentin Flora Brugger bei der Begrüßung. Er gehöre den Sarnern und er sei dabei, zu einer Kulturstätte und einem Ort der Begegnung zu werden. <BR /><BR />Brugger nannte einige Eckdaten: Erbaut wurde der Turm im 13. Jahrhundert von den Grafen von Eppan, den Namen hat er von Hans von Chranczenstein, der 1364 als Besitzer aufscheint. Im 16. Jahrhundert wurde der Wohnturm herrschaftlich erweitert. 1635 erwarb ihn der Bozner Kaufmann David Wagner; seine Nachkommen sind die Grafen von Sarnthein. Bei der Feier war Maria von Sarnthein vertreten, ebenso Roland Girardi, der den Turm 1985 kaufte und 2016 – um 615.000 Euro – an die Gemeinde verkaufte.<h3> „Kultur des Tales präsentieren“</h3>Über die Baugeschichte und die Nutzung des Hauses sprach Bürgermeister Christian Reichsigl: „Wir wollen hier die weltliche Kultur des Sarntals präsentieren; Dauerausstellungen sind das Modell der Sarner Straße und die historische Schulklasse“, sagte er. Dazu komme noch ein historisches Arztambulatorium aus der Zeit um 1900.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1058067_image" /></div> <BR /><BR />Reichsigl ging auch auf die Kosten des Bauwerkes ein. Mit 330.000 Euro aus dem Förderungsprogramm Leader wurden Sanierungs- und Anpassungsarbeiten innen finanziert, weitere 350.000 Euro kamen für die Restaurierung der Fassade und des Dachs dazu. Diese Arbeiten wurden vor kurzem abgeschlossen. „Aus öffentlichen und privaten Beiträgen kamen 400.000 Euro zusammen, so dass die Gemeinde mit ‚nur' 280.000 Euro auskam“, betonte der Bürgermeister. Zwischen Kauf und Sanierung seien der Gemeinde Gesamtkosten von insgesamt knapp 900.000 Euro entstanden. „Natürlich ist der Ankauf von Kulturgütern immer umstritten, aber jeder Euro davon ist hier gut investiert“, schloss Reichsigl. <BR /><BR />Vom Turm Kränzelstein als wertvolles Kulturgut sprach Regionalassessor Franz Locher. „Der Turm ist ein Wahrzeichen von Sarnthein und soll in erster Linie der Bevölkerung zur Verfügung stehen“, sagte er. Architekt Stefan Drassl gratulierte zum gelungenen Projekt. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit den Handwerker und mit der Kulturreferentin Brugger. <BR /><BR />Die Segnung nahm Pfarrer Pater Basilius Schlögl vor, der den Segen Gottes für den Turm erbat: „Er soll Leute zusammenbringen und weiterhin ein Ort der Begegnung bleiben. Wir wollen das Bauwerk dem Segen Gottes anvertrauen und seiner neuen Bestimmung übergeben.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1058070_image" /></div> <BR /><BR />Für eine Überraschung sorgten die Einlagen der Sarner Bergrettung, als Prinz Helmut am Zopf von Burgfräulein Maria – ganz nach dem Märchen von Rapunzel – die Turmfassade emporkletterte. Mittelalterlich ging die Feier mit passendem Menü – Linseneintopf und Spanferkel – zu Ende. Passend waren auch die musikalischen Einlagen von Klaus Walter. Er erfreute die vielen Gäste mit seinem Gesang und mit insgesamt 16 Instrumenten.