Donnerstag, 25. April 2019

2020 Landesausstellung zu „100 Jahre Salzburger Festspiele”

Wenn ein Kulturfestival von Weltformat 100 Jahre alt wird, hat sich das Archiv im Lauf der Zeit mit Kleinodien gefüllt, die (Kunst-)Geschichten erzählen. Zum Jubiläum der Salzburger Festspiele im Jahr 2020 werden einige davon zu sehen sein. Das Salzburg Museum und die Festspiele haben heute, Donnerstag, bei einem Pressegespräch erstmals einen Blick in ihre Pläne für die Landesausstellung gewährt.

Seit 1920 locken die Festspiele Kunstbegeisterte nach Salzburg. - Foto: APA
Seit 1920 locken die Festspiele Kunstbegeisterte nach Salzburg. - Foto: APA

Unter dem Titel „Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele” wird die Schau im kommenden Jahr von 25. April bis 31. Oktober zu sehen sein und damit den Auftakt für das Jubiläumsjahr setzen. Mit einer Fläche von 1.800 Quadratmetern und einem Budget von 2,1 Millionen Euro - finanziert je zur Hälfte von Stadt und Land - wird es die größte Ausstellung in der Geschichte des Museums werden, sagte Direktor Martin Hochleitner heute.

Das „Herz der Ausstellung” bilden 100 Objekte - stellvertretend für 100 Jahre Festspielgeschichte - aus dem Archiv: etwa das „Jedermann”-Regiebuch des Festival-Gründers Max Reinhardt mit handschriftlichen Notizen zu seinen drei Inszenierungen (Uraufführung 1911 Berlin, 1920 Salzburg und 1927 New York), die Bühnenbildskizze von Clemens Holzmeister für die „Faust”-Stadt aus den 1930er-Jahren, die der Felsenreitschule zum Durchbruch zur einmaligen Festspielbühne verhalf, Thomas Bernhards Telegramm aus dem Jahr 1972, mit dem er die weiteren Aufführungen von „Der Ignorant und der Wahnsinnige” untersagte, das Kondolenzbuch von Herbert von Karajan (1989) oder Anna Netrebkos Kleid aus der umjubelten „La Traviata” 2005.

Für den ersten Teil der Landesausstellung wird „Großes Kino” angekündigt: Ein Dokumentarfilm bildet einen ersten Überblick über Gründung und Chronologie der Festspiele. Der ORF hat dafür sein Archiv geöffnet; dabei seien spannende Film- und Tondokumente aufgetaucht, schilderte Ko-Kuratorin Margarethe Lasinger. Ein weiterer Teil der Schau ist dem „Dialog” der Festspiele mit Institutionen gewidmet, etwa den Wiener Philharmonikern, dem Jüdischen Museum Wien, dem Literaturarchiv Salzburg und renommierten Künstlern. Ihnen wurde auch die Frage gestellt, was Salzburg heute ohne die Festspiele wäre. Und das vierte Ausstellungskapitel heißt „On Stage”: Die Kunsthalle des Museums wird dabei für die gesamte Ausstellungszeit zur Bühne - das Programm von Filmen über Gesprächsrunden bis hin zu Aufführungsserien wird gesondert präsentiert.

Salzburgs Kulturreferent Vbgm. Bernhard Auinger (SPÖ) stellte heute auch die Idee eines eigenen - dauerhaften - Festspielmuseums in den Raum, für das die Ausstellung den Grundstein bilden könnte. Eine Aussage, die bei Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler sofort „Honig durch die Kehle fließen” ließ, sei dies doch schon ein sehr lange gehegter Wunsch von ihr. Museumsreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) räumte aber ein, dass es bisher über den Wunsch hinaus noch keine konkreteren Gespräche oder Pläne gebe. Die Landesausstellung könne aber ein erster Schritt Richtung eines eigenen Museums sein und Erkenntnisse über eine inhaltliche Konzeption und räumliche Anforderungen dafür bringen.

”Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele” wird die dritte Salzburger Landeausstellung im Zwei-Jahres-Rhythmus, die jeweils aus Jubiläen entstanden ist: 2016 wurde an die 200-jährige Zugehörigkeit des Bundeslandes zu Österreich erinnert, im Vorjahr der 200. Jahrestag der Uraufführung des Weihnachtsliedes „Stille Nacht” in Oberndorf bei Salzburg gefeiert.

apa

stol