Samstag, 14. September 2019

Ai Weiwei verteidigt umstrittene Aktion im Haus der Kunst

Der chinesische Künstler Ai Weiwei (62) hat seine umstrittene und unangemeldete Aktion im Münchner Haus der Kunst verteidigt. Außerdem dementierte er am Samstag, am Vortag von den Verantwortlichen des Museums aus den Ausstellungsräumen geworfen worden zu sein. Die Mitarbeiter des Hauses der Kunst hätten ihn zuvor eingeladen, sie zu unterstützen, um ihre Jobs zu behalten.

Mitarbeiter des Hauses der Kunst hätten Weiwei zuvor eingeladen. - Foto: APA (AFP)
Mitarbeiter des Hauses der Kunst hätten Weiwei zuvor eingeladen. - Foto: APA (AFP)

Der weltweit renommierte Künstler kritisierte, die Museumsleitung kaufe teure Kunstwerke für Ausstellungen ein, „während Leute mit geringer Bezahlung entlassen werden sollen.” Das Haus der Kunst hatte die Einladung des Künstlers sowie die Aktion missbilligt. Das Hausrecht sei gröblich verletzt worden, hieß es. Den Mitarbeitern drohten aber keine Konsequenzen: „Die Geschäftsführung bleibt bei der Zusage, den Umstrukturierungsprozess möglichst sozialverträglich, bei Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und ohne Einkommenseinbußen zu gestalten.”

Das Haus hat turbulente Zeiten hinter sich, unter anderem wegen massiver Geldprobleme. Auch die Nähe von Angestellten zu Scientology und Fälle sexueller Belästigung sorgten für Schlagzeilen. Der Aufsichtsrat reagierte mit Kündigungen und stellte dem damaligen Direktor Okwui Enwezor, der inzwischen gestorben ist, einen kaufmännischen Geschäftsführer an die Seite. Ein Team aus fünf internationalen Kunstexperten soll eine neue künstlerische Leitung suchen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Haus der Kunst verstärkt mit der Aufarbeitung seiner Geschichte befasst und präsentierte vor allem internationale, zeitgenössische Künstler. Vor rund zehn Jahren war das Highlight die Ausstellung von niemand geringerem als Ai Weiwei.

apa/dpa

stol