All die vielen Werke mit den glänzenden Materialien erlauben neue Vergleiche, berichten vom großen Mysterium, welches ihre Leuchtkraft beinhaltet und bringen uns dem Licht und vielleicht auch der Spiritualität näher. Gerhard Brandstätter, Präsident der Südtiroler Sparkasse spricht über die Bedeutung der Kunst für die Sparkasse und seine Wünsche für die kommenden Jahre. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102431_image" /></div> <BR /><b>Seit vielen Jahrzehnten hat die Weihnachtsausstellung der Sparkasse Tradition: Warum legt man darauf einen besonderen Wert?</b><BR />Gerhard Brandstätter: Begonnen hat alles vor genau 64 Jahren, als 1961 der erste Kunstkalender der Sparkasse erschien. Die Südtiroler Sparkasse wollte der Kunst in Südtirol sozusagen ein Schaufenster mit einer großen Breitenwirkung einräumen; denn ein Wandkalender hängt ein ganzes Jahr lang in vielen unterschiedlichen Räumen, vom Arbeitsplatz bis hin zu den eigenen vier Wänden. Der Kunstkalender wurde sehr gut aufgenommen und ist seitdem nicht nur unter Kunstfreunden sehr geschätzt. <BR /><BR />Vor genau 34 Jahren, 1991, wagte man den zweiten Schritt, der sich ebenfalls als Erfolg entpuppte, nämlich die Möglichkeit zu bieten, die Kunstwerke nicht nur auf dem gedruckten Kalender zu betrachten, sondern auch als Originale in einer Ausstellung bewundern zu können. Seitdem bilden Kunstkalender und Kunstausstellung einen Fixpunkt und sind im kulturellen Engagement der Sparkasse nicht mehr wegzudenken. In den letzten Jahren wurde das Konzept zudem ausgeweitet: Nicht nur Kunst aus Südtirol, sondern aus der gesamten Europa-Region Tirol, wobei vor allem jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern ein besonderes Augenmerk gewidmet wird. Schließlich gab es zuletzt eine weitere Öffnung nach außen hin, und es werden immer auch einige Werke von namhaften, international bekannten Künstlern ausgestellt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102434_image" /></div> <BR /><BR /><b>Heuer ist diese Ausstellung dem „Magischen Licht“, Gold und Silber in der Kunst gewidmet. Wir assoziieren mit den beiden Metallen nicht nur Reichtum, sondern auch die spirituelle Ausstrahlung, Licht und Lebendigkeit. Also auch passend für ein Bankinstitut?</b><BR />Brandstätter: Ohne Zweifel lassen sich einige Parallelen ziehen: Ohne Licht kein Leben. Denn Licht, und zwar Sonnenlicht, bildet die Grundlage für das Leben auf unserer Erde – es ist die ursprünglichste Energiequelle. Alle Lebewesen sind aufs Sonnenlicht angewiesen, um zu wachsen und zu leben. Licht gibt uns auch ein Gefühl von mehr Lebendigkeit. Und lebendig sein, heißt aktiv, kräftig, wirksam, dynamisch, flexibel, anpassungsfähig sein und sich ständig weiterzuentwickeln. Unsere Sparkasse ist nicht nur eine Bank – sie ist ein lebendiger Teil unseres Territoriums und seiner Geschichte, und sie ist mit ihren Aufgaben gewachsen, seit 170 Jahren.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102437_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wichtig ist Ihnen als Präsident alle Schichten der Bevölkerung in die jährliche Weihnachtsausstellung zu bringen. Wie gelingt dies in der heurigen Schau?</b><BR />Brandstätter: Da ist zunächst das breite Spektrum zu nennen. Zu sehen ist einmal der mittelalterliche, 700 Jahre alte Silbermünzschatz aus dem Jahr 1329; dann gibt es auch einzigartige Werke aus der Volkskunst, wie zum Beispiel das in Silber und Goldfäden gehüllte Christkindl oder die besondere Monstranz des seligen Heinrich von Bozen. Daneben präsentiert die Ausstellung Werke des Jugendstils mit seiner Vorliebe für Silberschmuck. Insgesamt sind mehr als 40 Kunstwerke aus der Europaregion Tirol und auch namhafter Persönlichkeiten der internationalen zeitgenössischen Kunstszene präsent. Werke von Rudolf Stingel, Giorgio de Chirico, Salvador Dalí, Friedensreich Hundertwasser weisen über die Grenzen hinaus. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102440_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Die Ausstellung präsentiert neben zeitgenössischen Werken auch eine ganze Reihe von traditionellen, das reicht von Volkskunst bis hin zur klassischen Moderne. Gibt es ein Werk, das Ihnen besonders zu Herzen geht?</b><BR />Brandstätter: Es ist nicht ein einzelnes Werk, das meine Aufmerksamkeit anzieht, sondern das Ensemble aller ausgestellten Kunstwerke zusammen strahlen eine faszinierende Anziehungskraft aus. Das geht mir besonders zu Herzen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102443_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Sie stehen seit 2014 der Sparkasse als Präsident vor, man weiß, dass Ihnen soziale Anliegen besonders am Herzen liegen. Können Sie auch manchmal angesichts unserer vielen Krisen und sozialen Ungerechtigkeiten nicht schlafen?</b><BR />Brandstätter: Krisen bedeuten leider viele, auch dramatische Auswirkungen, vor allem auch sozialer, menschlicher Natur; und Krisen stellen uns vor großen Herausforderungen, denen man sich stellen muss; nur so kann man versuchen, sie zu meistern. Dies hat auch die Sparkasse in ihrer 170-jährigen Geschichte erfolgreich bewiesen. Trotz aller Herausforderungen, die sich von Tag zu Tag stellen, kann ich in der Nacht gut schlafen. Man muss nach bestem Wissen und Gewissen, wo und wie man kann, sich also einbringen und seinen Beitrag zum Positiven leisten, das kann jeder. Es kommt auf die innere Einstellung an, wie man den Herausforderungen gegenübertritt; im bildlichen, übertragenen Sinn ausgedrückt: ob man den Stier bei den Hörnern packt oder hingegen den Kopf in den Sand steckt. Bei letzterer Einstellung kann man sicherlich nicht gut schlafen. Sorge und Belastung sind allerdings die Erkenntnis, dass die menschliche Beziehung, das Miteinander, der Dialog und der Austausch zu sehr vernachlässigt werden, was jegliche Lösungsfindung erschwert.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102446_image" /></div> <BR /><b>Gold und Silber passen auch zu unserer Weihnachtszeit und Gold Weihrauch und Myrrhe zum Neuen Jahr. Was wünschen Sie sich persönlich und den vielen Menschen, die seit 170 Jahren Vertrauen in die Sparkasse setzen?</b><BR />Brandstätter: Zunächst wünsche ich mir Gesundheit, Zufriedenheit und endlich Frieden für alle Menschen. Dann möchte ich Eines vorausschicken: Wir feiern nicht nur unser eigenes Jubiläum, sondern vor allem die Geschichten unserer Kundinnen und Kunden, die wir in den letzten 170 Jahren begleiten durften.Persönlich wünsche ich mir, und hier spreche ich wohl auch im Namen unserer unzähligen Kundinnen und Kunden, dass es so auch in Zukunft bleiben möge, indem die Sparkasse auch weiterhin ihre Eigenständigkeit bewahrt, denn ohne Eigenständigkeit gibt es auch keine territoriale Nähe. Die Voraussetzungen dafür haben wir auf jeden Fall geschaffen. <BR /><h3> Zur Person</h3><BR />Gerhard Brandtstätter studierte Rechtswissenschaften an der Universität Florenz und trat 1982 in die vom Vater Josef Brandstätter gegründete Anwaltskanzlei Brandstätter ein. Gründung 1998 der Rechtsanwaltssozietät Brandstätter gemeinsam mit 5 Partnern. In den Jahren 2003 bis 2012 Präsident des Verwaltungsrates der Stiftung Südtiroler Sparkasse. Seit 2014 Mitglied des Verwaltungsrates und des Exekutivausschusses der Italienischen Bankenvereinigung ABI. Seit 2014 Präsident des Verwaltungsrates der Südtiroler Sparkasse, ab 2016 Mitglied des Verwaltungsrates des Einlagensicherungsfonds (FITD) in Rom. Seit 2018 Vizepräsident des Italienischen Sparkassenverbandes (ACRI) in Rom.<BR /><BR /><BR /><b>Termin:</b><BR />Südtiroler Sparkasse, Waltherplatz Bozen, bis 4.1. –<BR />Mo-Fr Banköffnungszeiten: 30.11., 7., 14., 21., 28.12. und 4.1., 11 bis 16 Uhr, 22.12., 11. bis 16 Uhr <BR /><BR /><b>Führungen:</b> 4.12., 15 Uhr, 7.12., 11.Uhr, 10.12, 15 Uhr, 22.12., 14 Uhr und weitere auf Anfrage. <BR />Der Kalender liegt in allen Sparkasse-Filialen kostenlos auf.