Samstag, 21. Januar 2017

Arno Hofer – ein Nachruf

Mit Arno Hofer stirbt ein Pionier der Südtiroler Architektur, Urbanistik und Kunst des 20. Jahrhunderts. Sein bewegtes Leben stand ganz im Zeichen der Kunst.

Das Foto aus dem Jahr 1936 zeigt Arno Hofer (rechts im Bild) mit einer Frau, dem Pilotenteam und Werner Jäger (2. v. l.). Foto: RLD
Das Foto aus dem Jahr 1936 zeigt Arno Hofer (rechts im Bild) mit einer Frau, dem Pilotenteam und Werner Jäger (2. v. l.). Foto: RLD

Mit Arno Hofer geht ein Pionier der Südtiroler Architektur: Der Bozner Architekt war gemeinsam mit seiner Ehefrau Helga Ehall Hofer mit von der Partie, als es Anfang der 1960er Jahre in Südtirol galt, Bauleitpläne zu erstellen. Damals entstand auch die Idee zur Schnellstraße Meran-Bozen.

Bekannt wurde Arno Hofer hauptsächlich für die zwei Bozner Bauwerke „Kulturhaus Walther von der Vogelweide“ in der Schlernstraße und das „Verlags- und Druckereigebäude Athesia“ im Bozner Weinbergweg.

Am 19. Jänner starb Arno Hofer fast 94-jährig. Mit seiner Frau führte er jahrzehntelang ein Architekturstudio am Bozner Waltherplatz.

Ein Leben für die Kunst

Geboren wurde er am 21. März 1923 in Bozen. Seine Eltern waren das Künstlerehepaar Anton Hofer und May Hofer. Seine Mutter, die bekannte Emailleurin aus Bozen starb 103-jährig erst im Jahr 2000.

Arno Hofer hatte von 1948 bis 1953 an der Technischen Hochschule in Graz studiert, wo er seine künftige Frau Helga Ehall, eine Kommilitonin, kennenlernte.

Zur damals noch nötigen Anerkennung des Studiums in Italien ging das Ehepaar für zwei Jahre nach Rom, wo Arno an der Fakultät für Architektur Prüfungen absolvierte. Zurück nach Bozen im Jahr 1956 eröffnete er das Architekturstudio am Waltherplatz 8.

Gegen die Zersiedlung

Als sich Landesrat Alfons Benedikter 1960 entschloss, ein Raumordnungsgesetz zu erlassen, das Südtirol vor der Zersiedlung retten sollte, wurde das Architektenpaar Hofer zusammen mit Prof. Piccinato aus Rom und Prof. Jäger aus Wien mit dem Erstellen von Bauleitplänen für 36 Südtiroler Gemeinden beauftragt.

Zur Erkundung des Gebiets wurde 1963 ein Helikopter zur Verfügung gestellt.

Ehrenmitgliedschaft

Es folgten Aufträge für Wohnsiedlungen, Öffentliche Gebäude und Privathäuser in verschiedenen Südtiroler Gemeinden und die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben. Arno Hofer war auch Mitglied des Südtiroler Künstlerbunds SKB.

Im April 2015 wurde er von der Kammer der Architekten mit der goldenen Ehrennadel geehrt, ein Symbol für die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

rld/stol

stol