Am Donnerstag beginnt im Museion die 14. Ausgabe der Vortragsreihe artiparlando. Dieses vom Museion und der Freien Universität Bozen (Fakultät für Design und Künste) gemeinsam ausgerichtete Veranstaltungsformat bringt in diesem Jahr wieder außergewöhnliche Referenten nach Südtirol und bestätigt damit – wie schon in den vergangenen Jahren – die Qualität und den hohen Stellenwert von artiparlando.Was könnte heute sein, wenn gestern anders gewesen wäre? Im Rahmen von fünf Begegnungen in den Monaten Februar bis Juni setzen sich Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst und Design mit dieser Frage auseinander. Da Capo ist eine Grundlagenforschung der ganz besonderen Art. Dabei geht es um Denkweisen, die sich noch einmal auf die Vergangenheit besinnen, um von dort aus neu anzusetzen.Am kommenden Donnerstag (6. Februar) eröffnet der Kommunikationsdesigner, Autor und Leiter des Forschungsinstituts für Design (Design2Context) an der Hochschule für Design und Kunst in Zürich, Ruedi Baur (Paris, 1956), diese Begegnungsreihe. Baur arbeitete für die Pariser Kunst-Institutionen Musée Picasso, Louvre und Centre Pompidou, für das er anlässlich der Wiedereröffnung im Jahr 2000 ein neues Leitsystem entwickelte. 2009 wurde auf dem Kölner Appellhofplatz sein Denkmal für Deserteure und Kriegsgegner eingeweiht. Im Museion spricht dieser aufgrund seiner innovativen Konzepte international renommierte Designer über seine ganz persönliche Utopie „Da Capo“.Vom Design zur Kunst: Am 6. März lädt artiparlando zu einer Begegnung mit Kasper König ein, dem Doyen unter den deutschen Museumsmachern, der in den Jahren 2000 bis 2012 das Museum Ludwig in Köln führte und derzeit künstlerischer Leiter der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst Manifesta 10 ist, die 2014 in St. Petersburg stattfindet. Eine der Aufgaben dieser Großausstellung ist die Verbindung zeitgenössischer – und damit kritischer – Positionen mit der Ermitage in St. Petersburg, die über eine der traditionsreichsten und wichtigsten Kunstsammlungen der Welt mit mehr als 60.000 Exponaten verfügt.Am 24. April setzt Carolyn Christov-Bakargiev die Reihe fort. Das Magazin ArtReview bezeichnete diese Kritikerin und Kuratorin, die 2012 als künstlerische Leiterin die viel beachtete dOCUMENTA (13) in Kassel verantwortet hatte, als eine der weltweit bedeutendsten Persönlichkeiten in der Gegenwartskunst. Im Mittelpunkt ihres Vortrags im Museion mit dem Titel „Pensare l’arte insieme alle cose animate e inanimate, cosmopoliticamente” („Kunst gemeinsam mit belebten und unbelebten Dingen kosmopolitisch denken”) steht die Kultur als Element der Neuausrichtung und „Genesung“ einer aus den Fugen geratenen Welt.„Con gli occhi del linguaggio” („Mit den Augen der Sprache”) lautet der Titel der Begegnung mit dem experimentellen Schriftsteller und Künstler Nanni Balestrini am 15. Mai im Museion. Dessen 2012 im Rahmen der dOCUMENTA (13) vorgestelltes Video „Tristanoil” mit einer Laufzeit von 1.400 Stunden thematisierte die unbegrenzte Produktion medialer Bilder und – angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise – die zentrale Position des Erdöls in einer degenerierenden Weltökonomie. Am 3. Juni schließt der deutsche Philosoph Christoph Menke artiparlando 2014 ab. Sein Vortrag trägt den Titel seines 2013 im Suhrkamp-Verlag erschienenen und viel diskutierten Buchs „Die Kraft der Kunst“. In diesem Text befasst sich Menke mit dem Spannungsverhältnis zwischen jener „anarchischen“ Kraft, die eine Voraussetzung für das Entstehen von Kunst ist, und deren Bändigung durch institutionalisierte Formen der Kunstpräsentation und die Vermarktungsmechanismen eines global ausgerichteten Kunstmarkts.artiparlando ist eine Zusammenarbeit zwischen Museion und der Freien Universität Bozen Kuratoren: Prof. Gerhard Glüher und Dr. habil. Andreas Hapkemeyer.Termine: Donnerstag, 6. Februar, 20 UhrRuedi Baur, Da capo?Museion PassageDantestr. 6, BozenIn deutscher Sprache. Eintritt frei.Donnerstag, 6. MärzKasper König, Manifesta 10Donnerstag, 24. April Carolyn Christov-Bakargiev, Pensare l’arte insieme alle cose animate e inanimate, cosmopoliticamenteDonnerstag, 15. Mai Nanni Balestrini, Con gli occhi del linguaggioDonnerstag, 3. Juni Christoph Menke, Die Kraft der Kunst