Freitag, 29. Mai 2015

Barocke Zeichnungen

Die Hofburg Brixen zeigt erstmals eine Auswahl von rund 80 barocken Zeichnungen aus dem eigenen Bestand.

Königin Johanna, Detail aus dem Entwurf für den Habsburger Stammbaum in der Hofburg, 1596 (Foto: Hofburg Brixen)
Königin Johanna, Detail aus dem Entwurf für den Habsburger Stammbaum in der Hofburg, 1596 (Foto: Hofburg Brixen)

Darunter sind Werke bekannter Barockkünstler wie Paul Troger, Josef Ignaz Mildorfer, Matthäus Günther, Carl Henrici, Melchior Steidl und Josef Schöpf. Der Großteil der Zeichnungen ist zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen.
Am Anfang einer künstlerischen Idee steht meistens die Zeichnung. Sie ist das Fundament jeder Kunstgattung, für die Malerei gleichermaßen wie für die Bildhauerei, die Architektur oder das Kunsthandwerk. Die Spontaneität und Meisterschaft eines Künstlers kommen gerade in den Zeichnungen am unmittelbarsten zum Ausdruck, und über die Zeichnungen lässt sich auch der Entstehungsprozess eines Kunstwerkes am besten verfolgen.
Die Zeichnungen aus der Sammlung der Hofburg sind bisher kaum bekannt. Es handelt sich dabei weniger um einen systematischen als einen von Zufälligkeiten bestimmten Sammlungsbestand, der dennoch eine Reihe von Überraschungen zu bieten hat.
Gleich am Beginn der Ausstellung steht mit dem Entwurf zu den 44 Terrakotta-Statuen von Hans Reichle im Innenhof der Hofburg ein ganz außergewöhnliches Exponat. Neben Entwurfszeichnungen, wie beispielsweise zu Bau und Ausstattung des Brixner Domes oder zu den Deckenfresken von Matthäus Günther in der Pfarrkirche von St. Leonhard in Abtei, werden auch Studienzeichnungen nach den großen Meistern der Renaissance und des Barock gezeigt. Als besonderes Juwel ist das römische Skizzenbuch von Josef Schöpf zu nennen, welches 54 Einzelstudien nach den Fresken Raffaels und Giulio Romanos in den Vatikanischen Stanzen enthält.
Im Begleitbuch zur Ausstellung sind alle ausgestellten Zeichnungen ausführlich vorgestellt. Zudem sind darin auch all jene barocken Zeichnungen der Hofburg erfasst, die nicht in der Ausstellung zu sehen sind. Die Publikation erscheint als Band 3 in der Reihe der „Veröffentlichungen der Hofburg Brixen“.
Die Ausstellung ist von 6. Juni bis 27. September in der Hofburg Brixen zu sehen. (Dienstag bis Sonntag, 10–17 Uhr, Montag geschlossen).
stol

stol