Mittwoch, 28. Juli 2021

Bolognas Laubengänge als neues UNESCO-Welterbe aufgenommen

Das Netz von Laubengängen im Zentrum der norditalienischen Stadt Bologna ist als neues Welterbe ausgezeichnet worden. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) traf die Entscheidung am Dienstag auf seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou, berichtete der italienische Kulturminister Dario Franceschini.

Die Laubengänge sind seit jeher ein Wahrzeichen der Stadt.
Die Laubengänge sind seit jeher ein Wahrzeichen der Stadt. - Foto: © Shutterstock
„Bologna und seine wunderbaren Laubengänge gehören seit heute zum UNESCO-Welterbe“, schrieb der Kulturminister in den sozialen Netzwerken. „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre und eine große Verantwortung für Bologna“, kommentierte der Bürgermeister der Stadt Virginio Merola.

Bologna besitzt eine der schönsten Altstädte Europas, mit viel Architektur aus dem Mittelalter. Die Laubengänge mit stilvollen Arkaden im Zentrum von Bologna, Sitz der ältesten Universität der Welt, bilden ein Netz aus 62 Kilometern, 42 davon verlaufen allein im Stadtzentrum. Sie sind seit jeher ein Wahrzeichen der Stadt. Die Arkadenarchitektur prägt das Leben dieser Studentenstadt und beherbergt kleine Läden, Verkaufsstände und Cafés. Die Bauweise der Laubgänge ist vielfältig, einige sind klein und niedrig andere mit Gemälden prunkvoll verziert. Sie bieten Schutz vor Sonne und Regen.

Längster Arkadenweg der Welt

In Bologna befindet sich der längste Arkadengang der Welt. Der Weg beginnt an der Porta Saragozza und verläuft über 666 Bögen auf etwa 4 Kilometern zum Guardiahügel und der Wallfahrtskirche Madonna di San Luca. Der Weg führt über 200 Höhenmeter und 650 Stufen zur Kirche.

Ebenfalls in die Welterbe-Liste aufgenommen wurde am Mittwoch der frühere Wohnsitz des deutschstämmigen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro. Der „Sítio“ sei ein Labor für botanische und landschaftliche Experimente, das die Arbeit von Burle Marx zusammenfasse, hieß es in einer Mitteilung der UNESCO-Vertretung in Brasília. Der „Sítio Burle Marx“, Vermächtnis des 1994 gestorbenen Landschaftsarchitekten, der als Begründer des modernen tropischen Gartens gilt, ist demnach die 23. Welterbestätte in Brasilien.

apa/dpa