Das Diözesanmuseum Hofburg bietet im Sommer Abendführung an, bei denen die Besucher Eisacktaler Weißwein genießen und danach die Kunstsammlung und historischen Räume besichtigen können. Direktor Peter Schwienbacher spricht über das Programm der Hofburg, die Pläne des Museums und den Hofburggarten. <BR /><BR /><b>Herr Schwienbacher, was erwarten Sie sich von den Abendführungen?</b><BR />Peter Schwienbacher: Wir möchten Leuten, die untertags beschäftigt sind, donnerstags die Gelegenheit bieten, ins Museum zu gehen. Die Abendführungen richten sich an Einheimische, die untertags arbeiten, und an Touristen, die bei schönem Wetter auf den Berg oder im Schwimmbad sind. Die Kombination einer Führung mit einem guten Glas Eisacktaler Wein bietet sich an. Die Vermittlungsarbeit legt den Programmschwerpunkt dabei auf das Thema „Von der Traube zum Wein“.<BR /><BR /><b>Thema „Wein“ in einem Diözesanmuseum?</b><BR />Schwienbacher: Ja, es gibt sehr Vieles, was sich zum Thema „Wein“ anbietet. Wein ist auch Symbol des Bluts Christi. Es gibt viele interdisziplinäre Anknüpfungspunkte, die am Werkbestand der Hofburg ersichtlich werden. Dabei soll im Rahmen der Führung die kulturhistorische Bedeutung des Weins nähergebracht und gleichzeitig die Geschichte Brixens erklärt werden.<BR /><BR /><b>Inwiefern?</b><BR />Schwienbacher: Bei unseren Kombiführungen besichtigen die Besucher mit der Hofburg auch den Dombezirk mit Dom, Kreuzgang und Johanneskirche. Die Teilnehmer erhalten innerhalb kurzer Zeit, sozusagen im Zeitraffer, einen Einblick in die Jahrhunderte lange Geschichte Brixens. Weil der Bischof auch Fürstbischof war, lässt sich die kirchliche und weltliche Geschichte Brixens nicht genau trennen. Die Hofburg war im Grunde Landhaus. Das ist ein großer Schatz, den wir verwalten dürfen.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Wen möchte das Museum ansprechen?</b><BR />Schwienbacher: Eigentlich alle. Es ist uns klar, dass Geschichte, Kunstgeschichte und Religion auf viele verstaubt wirken. Aber unser Museum in der Hofburg ist wirklich interessant für alle, weil die Bereiche Religion, Geschichte, Kunst ineinander greifen. Das Museum verdient es sich, gesehen zu werden, weil es 1000 Jahre Kulturgeschichte erzählt. Allein die Krippenausstellung gehört zu den größten Sammlungen Europas. Unsere größte Krippe, eine Jahreskrippe, hat 5000 Figuren. Wir versuchen auch vermehrt Familien, Kinder, Jugendliche und Schulklassen anzusprechen zum Beispiel mit eigenen Führungen, einer Schatzsuche, einem Spieltisch für Kinder und Eis. Seitdem bemerken wir, dass sich die Besucher länger im Haus aufhalten, weil die Kinder beschäftigt sind. Wir passen die Führungen auch den Interessen der Besucher an. <BR /><BR /><b>Kommen auch Einheimische ins Museum?</b><BR />Schwienbacher: Ja, besonders zu den Sondereinstellungen. Oft sehen die Einheimischen sich dabei das ganze Haus an. Hier müssten wir jedoch noch mehr tun, etwa die Gruppen in den Dörfern ansprechen wie etwa Pfarrgemeinderäte oder Jahrgänge. Hier wäre noch viel Potenzial.<BR /><BR /><b>Welche Sonderausstellungen sind heuer geplant?</b><BR />Schwienbacher: Bis 15. Oktober ist die derzeitige Ausstellung „Schattenflut“ von Anton Christian zu sehen. Ab November zeigen wir die Sammlung von Christkindln und Klosterarbeiten aus der ganzen Welt von Johanna von Call aus Eppan. Am 2. Dezember öffnet die Sonderschau von Luis Stefan Stecher. Beide Ausstellungen gehen bis Ostern.<BR /><BR /><b>Wie aufwändig ist es, eine Sonderausstellung zu organisieren? Sie machen mit ihren Mitarbeitern ja alles selbst.</b><BR />Schwienbacher: Der Aufwand ist groß. Es bedarf vieler Vorgespräche und einer Auswahl der Werke mit den Künstlern, die zu unseren Räumen passt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, im Winter und Sommer je eine große Sonderaustellung anzubieten, die jeweils 5 Monate zu sehen ist.<BR /><BR /><b>Wie wichtig wäre das Heller-Projekt im Hofburggarten für das Museum?</b><BR />Schwienbacher: Was auch immer im Hofburggarten gemacht wird - es ist wichtig, dass etwas gemacht wird. Besucher fragen immer wieder, ob sie auch den Garten besichtigen dürfen. Es gibt nichts Schlimmeres, als dass der Garten brach liegt. Es wäre für die Hofburg gut, wenn etwas passieren würde. Wir können die Besucher derzeit nur auf den Herrengarten verweisen.