Dienstag, 29. März 2016

Der Einfluss des Mondes - von der Empfängnis bis zur Verwesung

Zwei Jahre nach ihrer letzten Einzelausstellung in der Galerie zeigt Margareth Dorigatti einen neuen Werkzyklus mit dem Titel Luna/Mond. Vernissageist am 31. März um 18 Uhr in der Galerie Alessandro Casciaro in der Bozner Kapuzinergasse.

Margareth Dorigatti
Margareth Dorigatti

In den vergangenen Ausstellungen hat die Malerin sehr persönliche Welten untersucht, indem sie, auch durch Beschwörung der erkennbaren Archätypen, ihre Ahnungen und Empfindungen mit denen geteilt hat, welche die Wirklichkeit nicht direkt wahrnehmen wollten oder konnten , wie z.B. das umhüllende Fließen der Seen (“Lago/See”,2011), das transzendente Leiden der Heiligen Frauen, welche es gewagt haben, sich auszudrücken (“Rubra”,  2012) und weiter die subtile Bedrohung im Gedicht, welches sie als Kind auswendig gelernt hatte (“Erlkönig”, 2014).

Luna/Mond #34, 2016, Aquarell auf Teerpapier, 29x18 cm

Mit “Luna/Mond” leitet sie dagegen die Aufmerksamkeit auf etwas, das einen uranfänglichen und unentrinnbaren Einfluss auf das gesamte Leben jedes Menschen hat; mehr noch, von den Vorgeburtsphasen bis zu den wandelbaren Zuständen die dem Tod folgen: von der Empfängnis bis zur Verwesung.
Indem man sich dem Mond öffnet wird man in einen sich stets wandelnden alchemischen Prozess verwickelt. Die verschiedenen antiken Kulturen wussten, dass wer sich dem Mond verschließt, der verzichtet demzufolge auf das Bewusstsein, auf das Verständnis der geheimnisvollenen Ursachen und Zusammenhänge.

Die eigene Laune

Jeder –und besonders jede – hat die eigene “Luna”. Laune bedeutet nicht nur Wesen und Atmosphäre, sondern auch Phantasie und Eigenwilligkeit, mit anderen Worten: Kreativität. Margareth Dorigatti ist in der Spur des Vollmondes geboren, wenige Stunden nach einer Mondfinsternis. In ihrem Schicksal sind daher ungewöhnliche Konstellationen, bedeutende Verbindungen, Syzigien, d.h. Wiedervereinigung der Gegensätze, womit sich die Alchimisten beschäftigen.
Nicht zufällig ziehen uns ihre Bilder in ein mächtiges Firmament hinein, ein traumhaftes, aber auch dramatisch reelles Universum, Quelle und Schmelztiegel intimer und flüchtiger, alles eher als fremder Erinnerungen.

Die Ausstellung ist von 31. März bis 7 . Mai geöffnet.

Zur Person

Margareth Dorigatti wird 1954 in Bozen geboren. 1973 studiert sie an der Kunstakademie in Venedig bei Emilio Vedova. 1975 zieht sie nach Berlin, wo sie an der Hochschule der Künste Malerei, Grafik und Fotografie studiert. 1977 gründet sie eine Wohn-Atelier-Gemeinschaft, die von den bedeutendsten damals in Berlin anwesenden Künstlern und Bühnenpersönlichkeiten besucht wird.

1980 beginnt sie mit ihrer Ausstellungstätigkeit in Berliner Privatgalerien. 1983 verwirklicht sie gemeinsam mit Joachim Szymzcak ein groß angelegtes Projekt für die Berliner U-Bahn: 75 Gemälde in 8 Stationen. Sie gewinnt einen von der Internationalen Bauausstellung ausgeschriebenen Wettbewerb für die Ausführung einer historischen Fassade an einem Gebäude in Kreuzberg.

1984 zieht sie nach Rom, wo sie seither ununterbrochen als Malerin tätig ist. Sie stellt in Italien und im Ausland in Privatgalerien, öffentlichen Räumen und Museen aus (Rom, Paris, Mailand, Pescara, Bozen, Modena, Bologna, Berlin, Nimes, Lyon, Köln, Bonn usw.). Sie wurde auf der 45.Biennale in Venedig eingeladen auszustellen. Sie hat an der Akademie der Bildenden Künste in Bologna und in verschiedenen ausländischen Universitäten unterrichtet. Derzeit hat sie den Lehrstuhl für Raumgestaltung an der Accademia di Belle Arti in Rom inne. Lebt und arbeitet in Rom und Berlin.

stol

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