Ich denke bei dem Projekt an ein Picknick, zu dem ich Freunde und Kreative einlade, in einen Raum für Austausch, Leichtigkeit, Tiefgang und schöne Begegnungen, dabei sehe mich als eine Art Gastgeber.“ Das ist die Grundidee, die Othmar Prenner antreibt, Kreative aus seiner Umgebung zu versammeln, die das innere Feuer antreibt. Wir haben den Kurator der Schau und Besitzer des Bunkers 23 zum Interview getroffen.<BR /><BR /><BR /><b>Im „bunker 23“ wollen Sie Beziehungen herstellen im ländlichen Raum…</b><BR />Othmar Prenner: Ja, das stimmt, ich versuche, Beziehungen zum Ort, dem Raum und den Menschen herzustellen. Möchte jedoch betonen, dass dies ein Versuch ist. Ich selbst lebe seit 10 Jahren recht abgeschieden im Vinschgau, wo ich auch aufgewachsen bin. Es ist immer wieder ein sich wiederholender Versuch, Neues zu denken, zu machen, neue Bezüge herzustellen, mit dem großen Risiko, daran zu scheitern. Vielleicht sind wir letztendlich gar nicht so modern, wie wir denken. Meines Erachtens leben wir in einer Zeit, wo sich vieles auflöst, es keine wirkliche Richtung mehr gibt und der Drang nach Freiheit und Lebendigkeit immer wichtiger erscheint. Es ist mir ein Bedürfnis, die Dinge einfacher anzugehen und zu sehen. Die Kultur hingegen galoppiert immer noch auf dem hohen Ross durch den ländlichen Raum. Mein Versuch: Kultur in den Alltag zu integrieren, ohne großes Aufsehen – so wie ein Bäcker täglich sein Brot bäckt. <BR /><BR /><b>Es sind 25 Künstler, die im „bunker 23“ ausstellen, dazu gesellt sich jeweils ein Bild eines Kindes der Volksschule Tartsch, wie ist der Dialog entstanden?</b><BR />Prenner: Heinrich Moriggl, ehemaliger Lehrer in Mals und Teilnehmer der Ausstellung, lud Kinder der Volksschule Tartsch in den „bunker 23“ ein mit dem Gedanken, dass die Schüler und Schülerinnen zum Thema „give peace a chance“ Zeichnungen anfertigen sollten (Anm.d.Red. Das Geländer aus Holzstäben auf dem Dach des Bunkers ist so unregelmäßig wie die Tonfrequenz der Melodie „give peace a chance“ von John Lennon). Ich habe dann jeweils eine Kinderzeichnung zu einem Werk gehängt, somit begleitet uns der Gedanke des Friedens durch den gesamten Ausstellungsraum.<BR /><b><BR />Das Ausstellungsplakat zeigt den früheren Besitzer des Bunkers, Benny von Spinn in Lederjacke von hinten neben seiner Mutter, die am Herd steht. „wärme dich, das feuer brennt“ so der Titel der Schau. Das Bild haben Sie gemacht…</b>Prenner: Das Foto habe ich in der Küche von Bennys Mutter aufgenommen. Leider ist sie eine Woche vor der Ausstellungseröffnung im 100. Lebensjahr gestorben. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf das innere Feuer der Kreativen, mit der Frage, was sie antreibt. Benny konnte sich für Dinge extrem begeistern, ein Visionär, er verstand sehr gut, räumliche Strukturen in Beziehung mit Menschen zu setzen.<BR /><BR /><b>Und was brennt diesmal im Bunker?</b><BR />Prenner: Nach wie vor bin ich vom Ort überzeugt, jedoch sollte man den Kontext, in der diese Architektur entstanden ist, nicht vergessen. Wir haben den Blick auf die räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten sowie die geschichtliche Erinnerung an den Ort. Es macht wenig Sinn, solche Orte zu schleifen, viel mehr ist es wichtig, solche Orte an unsere heutigen Bedürfnisse anzupassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kaserne in Schlanders, die Geschichte, der Ort, die Fragmente sollten neu gedacht werden. Genauso begeistert bin ich auch von der laufenden Ausstellung, für welche mein inneres Feuer brennt. Auch hier versuchte ich, unterschiedlichste Werke in Beziehung zu einander zu stellen. Deshalb war es mir wichtig, eine große Anzahl an Künstlern und Künstlerinnen einzuladen.<h3> Künstler</h3>Claudia Aimar, Architektin<BR />Allegra Betti van der Noot, Künstlerin <BR />Gion A. Caminada, Architekt <BR />David Fliri, Archivar <BR />Martin Fliri Dane, Fotograf, Journalist, Lebenskünstler <BR />Valentin Fliri, Kunsthandwerker und Drechsler <BR />Alex Gerstgrasser, Koch<BR />Marianna Gostner, Fotografin <BR />Jörg Hofer, Künstler<BR />Agnes Holzapfel, Bildhauerin <BR />Johannes Inderst, Kreativer<BR />Pascal Lampert, Künstler <BR />Vera Malamud, Zeichnerin<BR />Clara Mayr, Künstlerin <BR />Manfred Alois Mayr, Künstler<BR />Sepp Mall, Autor<BR />Heinrich Moriggl, peacemaker<BR />Gerald Pirner, blinder Fotograf<BR />Gabriel Plangger, Maler und Steinskulpteur<BR />Franz Rumer, Skulpteur und Zeichner <BR />Hubert Scheibe Künstler <BR />Sven Sachsalber, Künstler<BR /><Kursiv>„die Stille im Hausgang<BR />über die Ferne<BR />Vater und Sohn“</Kursiv><BR />Benno Simma, Künstler<BR />Harry Thaler, Designer<BR />Gustav Thöni, Skifahrer-Legende<BR />Walter Thöni, Seelenmensch<BR />Paul Vidal, Archäologe<BR />Projekt: „Give peace a chance“ der Volksschule, Tartsch <Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>