Dienstag, 26. Januar 2016

Durch das Nadelöhr - Ausstellung in Bozen

„Gut zwei Jahre dauerte die Vorbereitung für diese Ausstellung, die ich zusammen mit acht Gruppen von Stickerinnen verwirklicht habe,“ hat Simona Stoppa am Dienstagmorgen nach der Eröffnung erklärt, „insgesamt also 335 Frauen, von denen vier in Vertretung aller bis zum Ende der Ausstellung in Bozen sein werden.“

Simona Stoppa (2.v.l.) mit den indischen Stickerinnen
Simona Stoppa (2.v.l.) mit den indischen Stickerinnen

Das Wort Kantha bedeutet auf Sanskrit Lappen oder Lumpen. Es handelt sich um derart fadenscheinige, abgetragene Stoffe, dass sie nicht mehr als Kleidung dienen können. Die in Bengalen (Westbengalen und Bangladesch) angewandte Form ist einzigartig: sie ist nicht nur darauf beschränkt, zweckdienliche Gegenstände herzustellen, sondern stellt einen wesentlichen kulturellen Aspekt in Zusammenhang mit Tradition und Volkskunst dar. 

Mittlerweile sind die Kantha zu einem Mittel geworden, das tausenden Frauen in vielen Dörfern ermöglicht, ihre Familien wirtschaftlich zu unterstützen, die ohne sie über keine Einkommensquelle verfügen würden. In den letzten dreißig Jahren leistete SASHA, eine in Kalkutta beheimatete NGO außerordentlich wertvolle Arbeit, um Kantha aufzuwerten und setzte erhebliche Mittel ein, um diese Tuchwaren sozusagen zu neuem Leben zu erwecken. Für die Ausstellung durch das Nadelöhr zeigt das Netzwerk der Südtiroler Weltläden in Bozen Arbeiten, an denen 235 Handwerkerinnen aus 8 Landgemeinden beteiligt waren. 

„Die Eröffnung der Ausstellung, sowie die herzliche Aufnahme freut die Stickerinnen besonders. Alle haben ihr Festtagsgewand an, und wahrscheinlich wird dies heute für sie der schönste Tag ihres Lebens, da sie innerhalb ihrer Familien und Dörfer an Status gewinnen,“ erklärt Simona Stoppa mit einem Lächeln, „Besonders seitens der Besucher gab es ein reges Interesse, die indischen Frauen konnten ihre Werke zeigen und erklären.“

Die Ausstellung in Bozen in der Stadtgalerie auf dem Dominikanerplatz bleibt bis zum 20. Februar 2016 von Dienstag bis Sonntag (Montag geschlossen) jeweils von 10.00 bis 12.30 und von 16.00 bis 19.00 Uhr geöffnet – Eintritt frei.

Die Initiative wurde dank Unterstützung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol und der Stadtgemeinde Bozen – Ressort Kultur verwirklicht.

stol