Dienstag, 09. Juni 2020

Ein interaktives Kunstwerk für Europa

Der dänische Künstler Olafur Eliasson baut ein interaktives Kunstwerk für Europa. „Earth Speaker“ soll Kinder und Jugendliche ansprechen. Auch in Südtirol wird es eine Ausstellung und ein großes Werk des Künstlers geben.

Gerade in Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, ein Zeichen für Europa zu setzten. Olafur Eliasson will mit „Earth Speaker“ vor allem Kinder und Jugendliche in Europa ansprechen.
Gerade in Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, ein Zeichen für Europa zu setzten. Olafur Eliasson will mit „Earth Speaker“ vor allem Kinder und Jugendliche in Europa ansprechen. - Foto: © wikipedia Commons
Der in Berlin lebende dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson will den künstlerischen Mittelpunkt der im Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft gestalten. „Earth Speaker“ soll vor allem Kinder und Jugendliche in Europa ansprechen und Kunst in einem Raum schaffen, in dem jede Stimme gehört wird. Auf der digitalen Plattform können junge Menschen Sprachbotschaften hinterlassen. Darin sollen sie etwa von ihren Hoffnungen und Ideen für die Zukunft Europas und die Erde erzählen. Das 7Millionen Euro teure Projekt ist Zentrum des insgesamt für 10 Millionen Euro realisierten Kulturprogramms zur EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr. Zum Start des Projekts soll eine App bereitstehen.
Südtirol

Bei Kunst Meran wird die Architekturabteilung des Studios des isländischen Künstlers Olafur Eliasson und des Architekten Sebastian Behman in Zusammenarbeit mit dem Berliner „Studio Other Spaces“ (SOS) deren erste institutionelle Ausstellung zeigen.


Außerdem wurde der Schnalstaler Gletscher als Location für ein Kunstprojekt ausgesucht, das in Zusammenarbeit mit dem renommierten Künstler entstehen soll. Es handelt sich um einen 410 Meter langen Besinnungsweg auf einem Grat unter dem Glacier Hotel Grawand, der durch 9 Tore zu einer Aussichtsplattform führen wird. Die 9 Tore symbolisieren 5 vergangene Eiszeitalter, und die Plattform, mit Aussicht auf den Hochjochferner, die Staatsgrenze und das Schnalstal, wird von einer Sphäre umhüllt, die an eine Armillarsphäre erinnert und die die Zeit durch den Sonnenstand sichtbar macht. Anhand dieses Kunstwerks soll ein Zeichen für die Schönheit, aber ebenso für die Zerbrechlichkeit der Umwelt gesetzt werden, und daher wird es passenderweise an der Hoheit des schmelzenden Gletschers Stellung beziehen.

eva/apa