Die am 11. Dezember eröffnete Ausstellung präsentiert in den historischen Räumen der Italienischen Botschaft in Berlin 28 Werke, darunter Videos, Installationen, Gemälde und Fotografien, von über 20 Künstlern der Sammlung Museion. Die von der Direktorin des Museion Letizia Ragaglia kuratierte Ausstellung ist Teil eines umfassenden Werbeprogramms für italienische Kunst, das von der Italienischen Botschaft und dem Italienischen Kulturinstitut in Berlin unterstützt wird. Sie ist ferner eine natürliche Fortsetzung des Ausstellungszyklus ITaliens, mit dem die Arbeit von in der deutschen Hauptstadt lebenden italienischen Künstlern gefördert werden sollte.Identität, Maske und VerwandlungDie Begriffe Identität, Maske und Verwandlung sind die Elemente, um welche die neue Arbeit von Michael Fliri kreist. Die vom Künstler thematisierte Identität ist flüchtig und exklusiv, das verdeutlicht bereits der Titel der Arbeit: „Returning from places I've never been” (Rückkehr von Orten, an denen ich niemals war). Was ist in einem sich ständig verändernden Gesicht am schwierigsten zu identifizieren? In der Performance wird das Gesicht des Künstlers ständig und in mehreren Phasen verwandelt. Michael Fliri sitzt in den historischen Räumen der Botschaft auf einem Stuhl und lässt sein Gesicht durch Latex-Prothesen verändern, die von einem Make-up-Artist aufgetragen werden. Auf diese anfängliche physische Transformation folgt eine farbliche Verwandlung: Das gesamteGesicht wird mit Make-up bedeckt. Während der gesamten Performance werden im Wechsel Latex-Prothese-Stücke und Farbschichten auf das Gesicht aufgetragen. Die Physiognomie des Künstlers erfährt so eine ständige Veränderung. Das wie eine Maske anmutende Gesicht gewinnt schrittweise an Volumen. Die individuellen Züge lösen sich in einer immer abstrakteren Form auf.Wie bei Fliris Auftritten oft der Fall, ist das Thema die Verkleidung und Inszenierung, in diesem Fall in Verbindung mit dem Spiel mit Identität und Identifizierung. Diese Elemente finden sich auch in den anderen ausgestellten Werken, im Experimentieren und in den Provokationen der jungen Künstler wieder, welche die diplomatische Residenz in einen innovativen Ort zeitgenössischer Kunst verwandeln, indem sie sich mit der Geschichte und dem spezifischen Umfeld des Gebäudes auseinandersetzen. “Returning from places I've never been” ist Teil einer Recherche, die der Künstler mit der Performance “From the Forbidden Zone” begonnenen hat. Die Fotografie dieser vorherigen Arbeit aus dem Jahr 2009, die zur Sammlung Museion gehört, ist in der Ausstellung ebenfalls zu sehen.Künstler der AusstellungStefano Arienti (Asola, 1961), Monica Bonvicini (Venedig, 1965), Letizia Cariello (Copparo, FE, 1964), Claire Fontaine (2003 gegründetes Kollektiv mit Sitz in Paris), Michael Fliri (Taufers, BZ, 1978), Martino Gamper (Meran, BZ, 1971), Werner Gasser (Meran, BZ, 1969), goldiechiari, (Sara Goldschmied, 1975, Arzignano, VI und Eleonora Chiari, Rom, 1971), Elisabeth Hölzl (Meran, BZ, 1962), Hilario Isola und Matteo Norzi (Turin, 1976), Francesco Jodice, (Neapel, 1967), Wil-ma Kammerer (Sankt Lorenzen, BZ), Sonia Leimer (Meran, BZ, 1977), Marcello Maloberti (Codogno, LO, 1966), Philipp Messner (Bolzan, BZ, 1975), Brigitte Niedermair (Meran, BZ, 1971), Pietro Roccasalva (Modica, RG, 1970), Martina Steckholzer (Sterzing, BZ, 1974), Esther Stocker (Schlanders, BZ, 1974), Nico Vascellari (Vittorio Veneto, 1966).