Donnerstag, 25. Juni 2020

Fakultät für Design und Künste zeigt digitale Ausstellung

Der Campus der Freien Universität Bozen ist wegen Covid-19 nicht für Studierende zugänglich. An der Fakultät für Design und Künste lässt man sich aber nicht davon abhalten, der Öffentlichkeit am Ende des Semesters die Arbeiten zu zeigen.

Man darf gespannt auf die Arbeiten der Studierenden warten.
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Man darf gespannt auf die Arbeiten der Studierenden warten. - Foto: © veranstalter
Am 3. und 4. Juli wird die Ausstellung Gäste Ospiti Guests (GOG) erstmals online veranstaltet – mit einem Programm, das sogar noch vielfältiger wird als im herkömmlichen Format.


Die Türen sind wieder offen: Unter diesem Motto lädt man an der Fakultät für Design und Künste üblicherweise zu Semesterende alle Kunst- und Designinteressierten zur Abschlussschau GOG. Doch was tun, wenn die Tore der Fakultät wegen des Coronavirus seit Monaten verschlossen sind? Man verlegt die Ausstellung dorthin, wo Studierende und Dozent*innen auch den Großteil des Semesters verbracht haben: in den virtuellen Raum.


Am Freitag, 3. Juli, wird die erste Online-Ausgabe von Gäste Ospiti Guests von 18 bis 20 Uhr mit einer ganz speziellen Vernissage eröffnet. In einem virtuellen Rundgang werden rund ein Dutzend Design- und Kunstkurse aus dem Sommersemester 2020 in jeweils 5-minütigen Vorstellungen präsentiert. Am Samstag können Besucher dann – ebenfalls über die GOG-Webseite – in verschiedene virtuelle Ateliers und Ausstellungsräume einsteigen, wo sie ein reichhaltiges Programm aus Führungen, Videos und Performances oder Diskussionen über Videochats erwartet. Darüber hinaus bietet das Netz die Möglichkeit, dem Publikum auch Arbeiten und Projekte zugänglich zu machen, die über die Semesterarbeiten hinausgehen.



„Ich glaube, man kann wirklich sagen, dass wir das außergewöhnlichste Semester in der jungen Geschichte der Fakultät für Design und Künste abschließen“, sagt Dekan Nitzan Cohen. Sowohl die Dozent*innen wie auch die rund 300 Studierenden in den Bereichen Visuelle Kommunikation, Produktdesign und Kunst sowie des Masterstudiengangs in Eco-Social Design seien durch die Folgen des Virus enorm gefordert worden. „Wir mussten von einen Tag auf den anderen alle Aktivitäten online stellen – und das auch bei einer Vielzahl von praxisbezogenen Kursen und Ateliers“, sagt Cohen. Doch wie die Ergebnisse des Sommersemesters beweisen, habe man die Herausforderung mit „Einfallsreichtum, Kreativität und Intelligenz“ auch ohne Werkstätten und einen teuren Maschinenpark sehr gut gemeistert.


Zumindest teilweise haben sich der Lockdown und die Ausnahmesituation der vergangenen Monate auch direkt in den Arbeiten niedergeschlagen. Im Semesterprojekt „This is not THE End“ widmeten sich Studierende des Produktdesigns beispielsweise dem Ende als potenziellen Neuanfang. In „Decamerette“ wandelten sie im Fach Ausstellungsdesign ihr eigenes Zuhause in eine Galerie um. Ein Projekt wie „RESTART 2020“, in dem die Studierenden aufgerufen waren, neu gedachte und nachhaltige Produkte im Sinne einer industriellen Transformation zu entwerfen, war bereits vor der Coronakrise geplant worden. „Natürlich hatte die aktuellen Geschehnisse dann aber Einfluss auf die Arbeiten“, so Cohen.


Insgesamt blickt der Dekan der Fakultät für Design und Künste mit Stolz auf die Leistungen das Sommersemesters zurück, das bis Anfang Juli mit der Prüfungssession abgeschlossen wird. „Unsere Studierenden und Lehrenden haben bewiesen, dass es trotz aller Schwierigkeiten – und teilweise sogar davon beflügelt – möglich ist, neue Ideen, Lösungen und innovative Ansätze auf höchstem Niveau zu entwickeln und sie teilweise mit einfachsten Werkzeugen wie Schere, Pappkarton oder Klebstoff umzusetzen.“

Zur digitalen Ausstellung GOG

eva