Hugo Vallazza (1955 – 1997) besetzt mit seinem stark von der Frage nach der Wahrheit in der Kunst geprägten Werk eine eigenständige und radikale Position, die zu einer Reflexion über die Zusammenhänge zwischen Lebensform, Naturwahrnehmung und Kunstbetrachtung auffordert. Mit der Reduktion und Konzentration auf das Einfache und Elementare in dieser Malerei ist zugleich die Aufforderung an den Betrachter verbunden, sich mit geistigen Erfahrungen der Anspruchslosigkeit, der Leere und des Nichts auseinanderzusetzen. Im Unterschied zur Malerei verwandter Gruppen und künstlerischer Strömungen wie Zero, Minimal Art oder abstrakter Expressionismus erhebt dieses Werk keinen explizit neuen ästhetischen oder autonomen Anspruch, sondern ist das Dokument einer geistigen Existenz. Zu dieser Ästhetik der Verweigerung gehört auch der bewusste Verzicht auf eine Rahmung der Bilder, die ja nicht wie "Kunst", die man kaufen soll, aussehen wollen, sondern wie ein Zustand, wie Farbe oder einfach Materie auf einem Blatt Papier oder auf einer auf einem Keilrahmen seitlich aufgenagelten Leinwand. Demnach finden sich in diesem Werk auch Bezüge zur Anti-Form-Kunst, zur Konzeptkunst und Minimal Art. Das Werk stellt im internationalen Kontext der abstrakten Malerei seit den 1970er-Jahren eine herausragende Neuentdeckung dar und zeigt eine bemerkenswerte Perspektive auf. Die Ausstellung umfasst etwa 30 Werke auf Leinwand, 30 Arbeiten auf Papier und Zeichnungen sowie Texte wie das Notizbuch Vallazzas – dieses gibt einen aufschlussreichen Einblick in dessen geistige und theoretische Grundlagenarbeit.Die Eröffnung findet am 10. Juni um 19 Uhr statt. Auf dem Programm stehen u.a. eine Filmpräsentation und eine Lesung.Der Ablauf: 19 Uhr - Präsentation des Films "Die Farben des Hugo Vallazza" von Karl Prossliner19.30 Uhr - Lesung aus dem Arbeitsbuch des Künstlers mit Luis Benedikter19.45 Uhr - Uraufführung der Komposition "Doi" von Eduard Demetz, mit Roberta Gottardi, Roberto Gander, Carlo Benzi20 Uhr - Begrüßung und Eröffnung: Gerhard Brandstätter, Präsident der Stiftung Südtiroler SparkasseLeander Moroder, Direktor des Ladinischen KulturinstitutesChristian Tommasini, Landesrat für italienische Kultur der Provinz BozenGünther Januth, Bürgermeister von MeranEinführung: Markus Klammer, Kurator