Dienstag, 07. April 2015

FAZ berichtet über den, der Bilder malt, die stinken

"Kunst aus Pigmenten, Eiern, Spucke" ist der Titel des Berichts in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Dienstag. Beschrieben wird der Grödner Künstler Egon Moroder Rusina.

Über den Grödner Künstler Egon Moroder Rusina wird gerne in der Presse berichtet.
Über den Grödner Künstler Egon Moroder Rusina wird gerne in der Presse berichtet. - Foto: © STOL

"Die Ziegen sind meine großen Meisterinnen", so beginnt der Text von Maximilian Oberhollenzer des Bischöflichen Instituts Vinzentinum in der FAZ. Er habe von ihnen "Ausdauer, Geduld und die Versenkung in mich selbst gelernt", wird Südtiroler Künstler Egon Moroder Rusina in der FAZ zitiert.

Oberhollenzer berichtet weiter...

Ärger mit dem Gesetz

Früh zeigte sich, dass er ein Freigeist ist. In jungen Jahren brachten ihn seine gesellschaftskritischen, provokanten Kunstwerke beinahe ins Gefängnis. Einmal wurde er wegen einer Videoinstallation vom Staatsanwalt wegen Schmähung der Staatsreligion und Obszönität angeklagt, später aber freigesprochen. ...

 

Egon Moroder Rusina malt im Sommer auf der Alm. Foto: ker

Seit 30 Jahren verbringt Rusina den Sommer allein mit drei Ziegen und zwei Hühnern am Rande der Cuëcenes-Schlucht auf mehr als 2000 Metern Seehöhe in Gröden im Wald. Den einzigen Schutz vor den Naturgewalten bieten ihm sein Zelt und ein Unterschlupf aus Ästen, den er gebaut hat.

Die spartanische Einrichtung bereitet ihm keine Schwierigkeiten: Über Jahre hatte er nämlich in der Garage seines Nachbarn auf einer Matratze geschlafen. ...

Ein Eremit im Schwebezustand?

Der eigenwillige 65-Jährige bezeichnet sich nicht als Eremiten, denn er mag die Gesellschaft. "Wenn man sich selbst kennt, ist man nie einsam." Deshalb unternimmt er dieses Abenteuer. Er will sich selbst finden und jeden Winkel seiner Persönlichkeit erkennen.

Anfangs war es schwer, die monotone Situation auszuhalten, da wir vom Konsum abhängig sind und es uns Schwierigkeiten bereitet, ohne jeglichen Luxus zu überleben, behauptet er.

Das Malen ist für ihn ein Werkzeug, das ihm hilft, sich auf das Wichtige im Leben zu konzentrieren. Es ist ein Ritus, eine Meditation. "Alles um mich herum löst sich auf. Ich gerate in einen Schwebezustand, der mich die Einheit des Weltraums erkennen lässt."

Er malt Bilder, die stinken

Der zottlige Grödner hat früher Motive abgezeichnet, heutzutage malt er abstrakt und zeichnet seine Gedanken. Er ist von der östlichen Philosophie geprägt und kann nur bei schönem Wetter malen, weil er seine Farben aus Pigmenten, Eiern und Spucke herstellt und diese in seinem Zelt einen großen Gestank verbreiten würden.

"Diese Bilder müssen fast zwei Jahre unter einer Glasscheibe ausgestellt werden, weil der Gestank die Kunstinteressierten sonst vertreiben würde", sagt er im bericht mit der FAZ.

 

Die FAZ widmet Egon Moroder eine rechte Spalte. Foto: FAZ

Kunst aus Pigmenten, Eiern, Spucke - Kunst aus Pigmenten, Eiern, Spucke - Frankfurter Allgemeine Zeitung (D) - 07.04.15 - PDF

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Kunst aus Pigmenten, Eiern, Spucke - Kunst aus Pigmenten, Eiern, Spucke - Frankfurter Allgemeine Zeitung (D) - 07.04.15 - PDF

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Leben wie ein Tier

"Meinen Tagesablauf bestimmt die Natur. Ich lebe wie ein Tier in der Wildnis, denn ich habe Ängste, die ich vorher nicht gekannt habe. In der Natur ist man nie zu hundert Prozent sicher. Diese Ängste bringen dir einen riesigen Respekt vor der unendlich großen Macht der Natur bei."

Bei schlechtem Wetter hat er die Zeit des Nichtstuns früher mit einer Flasche Wein überbrückt; das hat sich aber geändert, weil er sich die Geduld von den Ziegen abgeschaut hat und nun im Halbschlaf meditiert.

"Wenn mich Leute fragen, ob sie in mein Atelier kommen dürfen, sage ich: ja! Wenn du gute Beine hast, dann komm mit mir auf 2000 Meter Höhe, dort liegt mein Atelier."

stol/ker

stol