Mittwoch, 14. Juli 2021

Fotoausstellung: „Durch die Linse betrachtet“

Das Stadtmuseum Bruneck zeigt in der aktuellen Ausstellung und der begleitenden Publikation Durch die Linse betrachtet. Brunecker Fotografen Ernst Mariner und die Familie Kofler die Arbeit dieser bedeutenden Fotografen. Durch ihren kreativen Blick und ihren aufmerksamen Beobachtungen, sind einmalige Aufnahmen der Stadt Bruneck, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ihrer Umgebung erhalten geblieben.

Das Stadtmuseum Bruneck zeigt in der aktuellen Ausstellung und der begleitenden Publikation Durch die Linse betrachtet.
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Das Stadtmuseum Bruneck zeigt in der aktuellen Ausstellung und der begleitenden Publikation Durch die Linse betrachtet. - Foto: © Ernst Mariner
Fotografien sind Ankerpunkte der Erinnerung und zeigen das unwiederbringlich Vergangene. Dabei bewegt sich die Fotografie immanent zwischen Überhöhung und Bagatellisierung. Heute macht sie ihre Allgegenwart in gewisser Weise unsichtbar und doch ist ihre Wirkungsmacht ungebrochen.

Umso bedeutender ist die aktive Bewahrung und Sichtbarmachung historischer Fotografien. Das Stadtmuseum Bruneck beheimatet 2 fotografische Nachlässe von besonderem Wert für die Stadt: jenen von Ernst Mariner (1902-1988) und den der Familie Kofler, einer seit 1859 aktiven Fotografendynastie. Beide Bestände zusammen zeigen uns die im Bild festgehaltene Zeitgeschichte Brunecks und ihrer Umgebung.

Die Aufnahmen der Stadt laden zu einem Spaziergang durch das Bruneck von damals ein. Sie zeigen den Wandel aber auch jenes, das die Zeit überdauert hat. Sie lassen das Lebensgefühl einer anderen Zeit spürbar werden und öffnen uns den Blick für das, was uns als gewöhnlich erscheint.

Fotografen halten das alltägliche Leben fest

Im Fokus der Fotografen lag seit Beginn an auch die nahe und fernere Umgebung. Es zog sie in Dörfer und abgelegene Weiler, hinein in die Täler und hinauf ins Gebirge.

Den Finger immer am Auslöser, gelang es ihnen auch das alltägliche Leben festzuhalten: Das Treiben in der Stadtgasse, das Beisammensitzen im Gasthaus, die täglichen Handgriffe, Szenen aus dem Leben, so wie es war, in der Stadt und auf dem Land. Mit einem dokumentarischen Blick hielten die Fotografen die Menschen bei der Arbeit oder beim Sport fest. Mal ganz spontan und ein anderes Mal inszeniert. Auch durften sie bei keinem Feste und keiner Feierlichkeiten fehlen. Diese ganz besonderen Anlässe sollten für die Nachwelt festgehalten werden.





Eine ganz eigene Welt waren die Fotoateliers um die Jahrhundertwende, in denen sich die Bürger und die Landbevölkerung, die sich zu Beginn nur oftmals ein einziges Porträt im Leben leisten konnte, abnehmen ließen. Vor gemalten Hintergründen stellten sich die zu porträtierenden in Pose.

Im 19. Jahrhundert mussten sie aufgrund der langen Belichtungszeit bis zu einigen Minuten nahezu reglos verweilen um ein scharfes Foto zu erhalten. Zur Veranschaulichung ist im Untergeschoss des Stadtmuseums ein historisches Fotostudio mit einer Waldkulisse aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut, vor welcher die Besucherinnen und Besucher sich mit verschiedenen Ausstattungen ein Foto machen können.

Die Brunecker Fotografen der Familie Kofler und Ernst Mariner hielten jeder auf seine ganz eigene Art all jenes für die Nachwelt fest, das sie durch ihre Linse sahen. All jenes, das sie in den Fokus nahmen bleibt lebendig: Ihre Zeit, ihre Umwelt und flüchtige Momente. Die Fotografien zeigen uns die Vergangenheit und sollen uns die Augen für die Gegenwart öffnen.

Die von Sandra Mutschlechner und Stefanie Peintner kuratierte Ausstellung ist bis zum 17. Oktober im Stadtmuseum Bruneck zu sehen. Der entsprechende Katalog ist im Stadtmuseum, im Buchladen und in der Athesia Bruneck erhältlich.


Öffnungszeiten:


Dienstag bis Sonntag: 10-12 und 15-18 Uhr

Ab 1. September:
Dienstag bis Freitag: 15-18 Uhr
Samstag bis Sonntag: 10-12 Uhr

apa

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