Mittwoch, 17. Mai 2017

Hotel Amazonas-Minifestival: ABFALL – EINÖDE – BRACHLAND

„Wir sind der Meinung, dass wir neue Kartographien brauchen: statt nach Gewinn und Nutzen katalogisierte land(wirt)schaftliche Zonen der Monokulturen und der Überdüngung suchen wir nach den brachliegenden Flächen, dem Verdrängten, der Ödnis“, schreiben die Macher von Hotel Amazonas, Margareth Margareth Kaserer und Simon Steinhauser.

Thomas Herzig referiert über pneumatische Architektur. - Foto: Hotel Amazonas
Thomas Herzig referiert über pneumatische Architektur. - Foto: Hotel Amazonas

In urbanen Gebieten sind es die vom Menschen verlassenen Industriegelände, die Vorstädte, die Ränder von Zentren – das Land aber ist ein Rand selber. Hart wie Stein, gierig wie der tollwütige Fuchs, magisch ein sich ewig wandelndes Bild. 
Bedroht von und konfrontiert mit menschlicher Abwanderung und Entsiedelung sowie von kulturentgleisenden Kahlschlägen à la volkstümliche Schlagerparty im Vereinshaus XY.

Misthaufen als Symbol für neue Wuchskraft

Vom Zentrum als intellektuell unproduktiv und zurückgeblieben belächelt. Dabei längst schon durch (Werbe)Bilder und Sprache überschrieben und verkauft. 
Diese gezähmten Gebiete brauchen eine diskursive und künstlerische Entrümpelung.

Dem touristischen und gesellschaftlichen Ver-wertungszwang aller Ressourcen – Landschaft, Wetter, Mensch – müssen alternative Modelle entgegengesetzt werden. Schenk- und Tauschökonomien, Beschäftigung statt Arbeit, Grundeinkommen, Permakultur, Recycling. Der Misthaufen wird zum Symbol einer Brutstätte für neue Wuchskraft.

Vielseitiges Programm

Das Hotel-Amazonas-Programm am Aspmayr-Hof in Unterwangen 18  ist vielseitig: Performance, Konzert, Bildende Kunst, Vortrag, Film und Party.

Samstag, 20. Mai ab 18 Uhr: Thomas Herzig: Über pneumatische Architektur (Vortrag), Ursula Winterauer + Benjamin Tomasi: PAROS (Residency, Soundperformance / Visuals), Krach & Halbnarr: Auf der Flucht (Residency, Konzert) Julia Frank: Essenziell (Residency, Bildende Kunst) Kathrin Schreier: Eco Printing (Residency, Bildende Kunst) Hanspeter Mayr: Organisiertes Scheitern – Ein Versuch (Bildende Kunst) und DJ Agathe Bauer: Auflegerei mit Tanz.

Sonntag, 21. Mai ab 16 Uhr: Thomas Herzig: Die Schenkökonomie (Lesung und Diskussion), Sepp Kusstatscher: Über das bedingungslose Grundeinkommen (Vortrag und Diskussion) und 19.30 Uhr – Bauer Unser (Dokumentarfilm, Österreich 2016. Regie: Robert Schabus).

stol

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